Und stirbst du nicht in der Blütezeit
Ihrer neuen Herzinnigkeit,
Lassen sie dich so lange liegen,
Bis sie selbst wieder Händel kriegen.
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Merke: zweier Gegner Klagen
Mußt du nicht hin und wieder tragen;
Weißt nicht, ob, die geschieden scheinen,
Sich nachmals gegen dich vereinen.
Schriftsteller.
Es ist kein Autor so gering und klein,
Der nicht dächt', etwas Recht's zu sein;
Und wär' er noch so ein armer Wicht,
Geht er doch stolz und aufgericht't,
Daß man glaubt, der leere Hut
Noch zu dem Kleinen gehören tut.
Auch kein Autor auf den andern baut;
Denn sei ein Paar noch so vertraut,
Darfst heut den einen heruntersetzen,
Willst du den andern höher schätzen,
Und morgen, auf des zweiten Kösten,
Läßt sich der erste nennen den Besten.
Lehre aus Erfahrung.
Hat dir ein Autor Geld geliehn
Und kommt und will den Wechsel ziehn,
Und kannst doch nicht sogleich bezahlen,
Ihm auch keinen andern Trug vormalen,
So sprich getrost: »Jetzt weiß ich schon,
's war, als die treffliche Rezension,
Wie Euer letztes Werk gelungen,
Stund in den Literaturzeitungen;
Waret gelobt übern Schellenkönig,
Und dennoch, deucht es mir, zu wenig.
Aber könntet Ihr nicht noch borgen
Einige Zeit?« – »Seid ohne Sorgen,«
Der Autor darauf ganz freundlich spricht,
»Nach meinem Geld verlangt mich nicht,
Bleibet mein Freund; 's hat kein' Gefahr
Könnt mich bezahlen bis übers Jahr.«