»Dat is keen bitterer Vorschlach, der Teiwel! Eenen Goldgülden monatlich? Ich bin dabei, und es wird keener wat dagegen haben. Hast du Antwort von dem Heertog?«

»Bis jetzt noch keine; aber, Bassa manelka! wie kamst du zu meinem Geheimnuz, Bauer? Ich hau' dir ein Ohr ab, Gott straf' mein Zeel', zo tu ich wie mein Patron, der heilige Petruz, war auch ein Landsknecht, dem Malchuz, der war von den jüdischen Schwyzern, ein Hellebardierer. Zag' schnell oder ich hau'!«

»Langer Peter!« rief der kleine Hauptmann Muckerle mit ängstlicher Stimme, »laß um Gott'swillen den gehen; der ist fest und kann hexen. Ich weiß noch wie heut, daß wir ihn in Ulm fangen sollten und in Herrn von Krafts, des Ratsschreibers, Stall kamen, wo er sich aufhielt, denn er war ein Kundschafter, so machte er sich klein und immer kleiner, bis er ein Spatz wurde und über uns 'naus flog.«

»Waz?« schrie der tapfere Oberst und rückte von dem Spielmann hinweg, »der ist's? Wo dann der Magistrat auzrufen ließ, man zolle alle Spatzen totschießen, weil zich ein württemberger Spioner in einen verwandelt habe? Man heißt zie, glaub' ich, jetzt noch die Ulmer Spatzen.«

»Der ist's,« flüsterte Muckerle; »es ist der Pfeifer von Hardt, ich hab' ihn gleich erkannt.«

Der Oberst und die Hauptleute hatten sich von ihrem Erstaunen noch nicht ganz erholt. Sie sahen den Mann, von welchem der Ruf so wunderbare Dinge erzählte, halb ängstlich, halb neugierig an. Er selbst hatte ein zu wohlgeübtes Ohr, als daß er nicht verstanden hätte, was diese Leute unter sich flüsterten; aber er tat, als bemerkte er ihr Staunen und Verstummen nicht; er beschäftigte sich ruhig mit seiner Zither. Endlich faßte sich der lange Peter, wohlbestallter Oberst dieses Heeres, ein Herz, zwirbelte den Bart einigemal, zog dann den ungeheuren Hut vom Kopf und sprach: »Verzeihet doch, lieber Gezelle, wertgeschätzter Pfeifer, daß wir zo ohne alle Umstände mit Euch verfahren zind; konnten wir denn wissen, wen wir da neben unz haben? Zeid vielmal gegrüßet, hab' schon oft, Gott straf' mein' Zeel', gedacht, möchte nur einmal den fürtrefflichen Kerl zehen, den Pfeifer von Hardt, der in Ulm am hellen Tag alz Spatz auzgeflogen.«

»Ist schon gut,« unterbrach ihn der Spielmann unmutig; »lasset die alten Geschichten ruhen. Nun, von wegen des Herzogs kam mir die Nachricht zu, ich soll euch Herren auf den heutigen Tag aufsuchen, und wenn ihr noch geneigt wäret, mit ihm zu ziehen, so wolle er gerne zahlen, was ihr ihm vorgeschlagen.«

»Canto cacramento! daz ist ein frommer Herr! ein Goldgülden dez Monats und täglich vier Maaz Wein! Er zoll leben!«

»Und wann wird er kommen?« fragte der Hauptmann Löffler; »wo werden wir zu ihm stoßen?«

»Wenn kein Unglück geschehen ist, heute noch. Heute ist er auf Heimsheim losgebrochen, die Besatzung ist schwach. Wenn er sie überwältigt hat, rückt er heute noch weiter.«