[30] Diese merkwürdige Höhle haben wir nach der Natur zu zeichnen versucht. Es bleibt noch übrig, hier einige Notizen über ihre inneren Verhältnisse zu geben. Die Vorhöhle beträgt etwas über 150 Fuß im Umfange; von hier aus laufen zwei Gänge nach verschiedenen Richtungen, die aber nach einer Länge von beinahe 200 Fuß wieder zusammentreffen. Auf diesen Wegen trifft man zwei Felsensäle, den einen von 100, den andern von 82 Fuß Länge. Wo diese Gänge sich vereinigen, bilden sie wieder eine Grotte; von hier aus rechts gegen Norden, mehr in der Höhe, liegt wieder eine kleinere Kammer, es ist die, in welche wir den Leser zu dem vertriebenen Mann geführt haben. Die weiteste Entfernung vom Eingang der Höhle bis zu ihrem Ende beträgt 577 Fuß. Man vergleiche hierüber die so interessante als getreue Beschreibung der schwäb. Alb von G. Schwab.
[31] Drei Hirschgeweihe, wovon die zwei obersten vier, das untere aber drei Enden hat, sind das alte Wappen von Württemberg.
[32] Crusius beschreibt in seiner Chronik das Schlößchen Lichtenstein, wie wir es hier nacherzählen. Er sah es zu Ende des sechzehnten Jahrhunderts, also etwa 70 Jahre nach dem Jahre 1519. Dort findet sich auch die hieher gehörige Stelle:
»Im obern Stockwerk ist ein überaus schöner Saal, ringsum mit Fenstern, aus welchen man bis an den Asperg sehen kann: darin hat der vertriebene Fürst, Ulrich von Württemberg, öfter gewohnt, der des Nachts vor das Schloß kam und nur sagte: ›Der Mann ist da!‹ so wurde er eingelassen.« Wo aber wohnte er den Tag über? Wo hielt sich der Vertriebene auf? Die Frage lag sehr nahe.
Jetzt ist in die Ruinen des alten Schlosses ein Jägerhaus erbaut, das noch immer den Namen des »Lichtensteiner Schlößleins« trägt und am fröhlichen Pfingstfest einer lebensfrohen Menge zum Tummelplatz dient.
[33] Er schickte einen tapfern Ritter, Marx Stumpf von Schweinsberg, an sie mit einem beweglichen Schreiben, das Schloß nicht zu übergeben, sondern, wo sie solches auch tun wollten, ihm wieder Gelegenheit zu machen, in dasselbe zu kommen; weil er in selbigem zu sterben bereit sei, wenn es Gott über ihn verhänge. Sattler, Gesch. der Herz. v. Württemb. II. 15.
[34] Diesen merkwürdigen Hund beschreibt Thetinger als einen Liebling Ulrichs ausführlich. A. a. O. S. I. 58.
[35] »Hie gut Württemberg alleweg« findet sich oft als Wahlspruch dieser Partei. Vergl. Pfaffs Geschichte Württembergs Bd. I. S. 306.
[36] »Der Tüfell gsegen jn allen!« sind die Worte des Chronisten Stumphardt, die ihm unwillkürlich entschlüpfen, indem er die Unterhandlung der Ritter »beim kühlen Wein« beschreibt.