So haben's immer wir gehalten
Und bleiben fürder auch dabei,
Und mag die Welt um uns veralten,
Wir bleiben ewig jung und neu;
Denn wird einmal der Geist uns trübe,
Wir baden ihn im alten Wein,
Und ziehen mit Gesang und Liebe
In unsern Freudenhimmel ein.«

Ob dies des Juden eigene Poesie war, kann ich nicht bestimmt sagen; doch ließ er mich zuzeiten merken, daß er auch etwas Poet sei; die zwei alten Weingeister aber waren ganz erfüllt und erbaut davon; sie drückten dem alten Menschen die Hand und gebärdeten sich, als hätte er ihnen die ewige Seligkeit verkündigt.

Es schlug auf den Uhren drei Viertel vor zwölf Uhr. Der ewige Jude sah mich an und brach auf, ich folgte. Rührend war der Abschied zwischen uns und den Trinkern, und noch auf der Straße hörten wir ihre heiseren Stimmen in wunderlichen Tönen singen:

»Und wird einmal der Geist uns trübe,
Wir baden ihn im alten Wein,
Und ziehen mit Gesang und Liebe
In unsern Freudenhimmel ein.«


Satans Besuch bei Herrn von Goethe

nebst

einigen einleitenden Bemerkungen über das Diabolische in der deutschen Literatur.

Von Zeit zu Zeit seh' ich den Alten gern
Und hüte mich, mit ihm zu brechen.
Es ist gar hübsch von einem großen Herrn,
So menschlich mit dem Teufel selbst zu sprechen.