»Wahrhaftig, Sie haben recht, Bester,« gab der Deutsche zu; »aber wollen wir nicht zusammen ein wenig umherschlendern, um die schöne Welt zu mustern? Ich nenne Ihnen schöne Damen von Berlin, Wien, von allen möglichen Städten meines Vaterlandes, die ich bereist habe; ich hatte oben große Bekanntschaften und Konnexionen und darf hoffen, an diesem verfl… Orte manche zu treffen, die ich zu kennen das Glück hatte; Mylord nennt uns die Schönen von London, und Sie, teuerster Marquis, können uns hier Paris im kleinen zeigen.«

»Gott soll mich behüten!« entgegnete eifrig der Franzose, indem er nach der Uhr sah, »jetzt um diese frühe Stunde wollen Sie die schöne Welt mustern?«

»Meinen Sie, mein Herr, ich habe in diesem détestable purgatoire so sehr allen guten Ton verlernt, daß ich jetzt auf die Promenade gehen sollte?«

»Nun, nun,« antwortete der Stutzer, »ich meine nur, im Fall wir nichts Besseres zu tun wüßten. Sind wir denn nicht hier wie die drei Männer im Feuerofen? Sollen wir wohl ein Loblied singen wie jene? Doch wenn es Ihnen gefällig ist, mein Herr, uns einen Zeitvertreib vorzuschlagen, so bleibe ich gerne hier.«

»Mein Gott,« entgegnete der Inkroyabel, »ist dies nicht ein so anständiges Café, als Sie in ganz Deutschland keines haben? Und fehlt es uns an Unterhaltung? Können wir nicht plaudern, soviel wir wollen? Sagen Sie selbst, Mylord, ist es nicht ein gutes Haus, kann man diesen Salon besser wünschen? Nein! Monsieur le Diable hat Geschmack in solchen Dingen, das muß man ihm lassen.«

»Une comfortable maison!« murmelte Mylord und winkte dem Franzosen Beifall zu. »Et ce salon comfortable.«

»Gute Tafel, mein Herr?« fragte der Marquis. »Nun, die wird auch da sein, ich denke mir, man speist wohl nach der Karte? Aber meine Herren, was sagen Sie dazu, wenn wir uns zur Unterhaltung gegenseitig etwas aus unserem Leben erzählen wollten? Ich höre so gerne interessante Abenteuer, und Baron Garnmacker hat deren wohl so viele erlebt als Mylord?«

»Goddam! das war ein vernünftiger Einfall, mein Herr,« sagte der Engländer, indem er mit der Reitgerte auf den Tisch schlug, die Füße von dem Stuhl herabzog und sich mit vieler Würde in dem Fauteuil zurecht setzte; »noch ein Glas Rum, Markeur!«

»Ich stimme bei,« rief der Deutsche, »und mache Ihnen über Ihren glücklichen Gedanken mein Kompliment, Herr von Lasulot. – Eine Flasche Rheinwein, Kellner! – Wer soll beginnen zu erzählen?«