»Ich will nicht hoffen,« sagte der Mann, und seine Stirne wurde finster, »ich will nicht hoffen, daß man dich mit hinwegschleppte.«
»Ach, freilich,« antwortete Almansor; »an jenem Tag, wo eure Soldaten sich einschifften, sah ich mein Vaterland zum letztenmal; sie nahmen mich mit sich hinweg, und ein Hauptmann, den mein Elend rührte, zahlt ein Kostgeld für mich bei einem verwünschten Doktor, der mich schlägt und halb Hungers sterben läßt. Aber höre, Petit-Caporal,« fuhr er ganz treuherzig fort, »es ist gut, daß ich dich hier traf, du mußt mir helfen.«
Der Mann, zu welchem er dies sprach, lächelte und fragte, auf welche Weise er denn helfen sollte.
»Siehe,« sagte Almansor, »es wäre unbillig, wollte ich von dir etwas verlangen; du warst von jeher so gütig gegen mich, aber ich weiß, du bist auch ein armer Mensch, und wenn du auch Feldherr warst, gingst du nie so schön gekleidet wie die andern; auch jetzt mußt du, nach deinem Rock und Hut zu urteilen, nicht in den besten Umständen sein. Aber da haben ja die Franken letzthin einen Sultan gewählt, und ohne Zweifel kennst du Leute, die sich ihm nahen dürfen, etwa seinen Janitscharen-Aga oder den Reis-Effendi oder seinen Kapudan-Pascha; nicht?«
»Nun ja,« antwortete der Mann, »aber wie weiter?«
»Bei diesen könntest du ein gutes Wort für mich einlegen, Petit-Caporal, daß sie den Sultan der Franken bitten, er möchte mich freilassen; dann brauche ich auch etwas Geld zur Reise übers Meer, vor allem aber mußt du mir versprechen, weder dem Doktor noch dem arabischen Professor etwas davon zu sagen.«
»Wer ist denn der arabische Professor?« fragte jener.
»Ach, das ist ein sonderbarer Mann; doch von diesem erzähle ich dir ein andermal. Wenn es die beiden hörten, dürfte ich nicht mehr aus Frankistan weg. Aber willst du für mich sprechen bei den Agas? Sage es mir aufrichtig!«
»Komm mit mir,« sagte der Mann, »vielleicht kann ich dir jetzt gleich nützlich sein.«