Der Jean sah nach der Bewegung ihrer Hände. Auf ihre Anmut legte er Wert. Er hatte sich schon oft dabei ertappt, daß er das bei allen Menschen tat. Leute mit ungeschickten Händen, mit Steifheit und Ungeschick in ihren Handbewegungen, konnten ihn abstoßen. Das hatte er wohl noch vom Theater her in sich.

Ohne weiteres Gezier mit den Fingern hatte sie ihr Glas genommen. Die Hand hatte sich hübsch gerundet, das Gelenk leicht gebogen. Er lächelte. Sie hatte nicht gerade eine kleine Hand, aber groß war sie auch nicht. Und daß sie nicht plump und täppisch war, war ihm jetzt alles.

Die Anna saß da wie eine beleidigte Prinzessin, wie ein ängstliches Kind.

Und wie jetzt ihre Blicke umgingen!

Jean erkannte sofort: die schämte sich.

Und alles war in ihr gespannt. Es wirkte direkt auf ihn, auch in ihm trieb etwas zu einer Spannung. Er sah scharf zu ihr hin. Wie sie sich vor dem Italiener hütete, förmlich vor ihm verbarg.

Sie hatte Angst — das wußte er mit einem Male.

Sie war voller Unruhe, aber sie verhielt sich ruhig. Sie wußte, daß sie ein gewagtes Spiel spielte.

Voller Harmlosigkeit deutete sie dem Italiener dies und das in der Kegelbahn, wohin ihre Augen gegangen waren. Er sah hin — ihr Auge ging darüber weg. Fast mit einer Rührung fühlte der Jean: die fleht zu den Menschen fromm und stumm.

Er sah ihr lange zu.