Da stieß der Fiori schon wieder an ihr Glas.

Sie war ganz verzweifelt. Sie wollte nicht mehr trinken.

Da stieg ihm eine Zornglut zu Kopfe, er stieß sein Glas hin, er zischte einen Fluch, und er kollerte einen langen italienischen Satz heraus, daß ihn die anderen beruhigten. Sie beruhigten ihn, sie merkte es an ihren Gebärden; denn sie verstand ja ihre Sprache nicht.

Aber ganz außer sich war sie. Wenn sie nur eine Hilfe finden könnte! Aber wen, aber wie!

»Du lieber Herrgott!«

Sie nahm ihr Glas und trank.

Sie sah sich um, als ob sie eine Hilfe finden könnte. Über alle Tische ging ihr Blick, in jedes Auge. Er fiel auch auf den Jean. Der hatte schon die ganze Zeit beobachtend zu ihr herübergesehen.

Er musterte sie. Er musterte sie mit tiefer Befriedigung und stillem Wohlgefühl. Ein Weib! Es war sofort ein unbewußtes Einssein, ein Verlangen, ein Besitz. Es war wie ein Erwachen über den Jean gekommen, wie eine Verklärung lag's in ihm.

Und so wuchs alles in ihm, wie er diese Anna der Italiener betrachtete. Es wuchs still, wie eine heimliche Glut. Es machte ihm nicht heiß, es machte ihm nur wohl. Es nahm ihm nicht die Herrschaft über sich und peitschte ihm nicht die Sinne.

Diese Anna war schön. Sie hatte volles, blondes Haar, große blaue Augen. Ihr runder Kopf saß auf einem schlanken Hals, der aus einer weißen Krause wie feines Elfenbein leuchtete. Ihre Wangen waren rot, aber zart wie das Rot des Pfirsichs. Sie waren sauber und appetitlich zum Anbeißen.