Sie warb, warb, warb. Einen Moment. Einen heißen, tiefen Moment. Der Jean rührte sich nicht. Aber sie verstand sein Auge.

In diesem Augenblick war sie nur noch Weib. Sie strich sich ein Stirnlöckchen von der Stirne hoch und glitt mit der Hand über die Augen. Sie lockte. Aber es war nicht gewöhnlich, es war ein unendliches Glück darin. Und sie mußte die Augen schließen, sie mußte sie schließen. Sie war wie im Taumel.

Ein Lächeln spielte um ihren Mund.

Der Italiener stieß sie an.

»Prost!« sagte sie. — Er tat einen tiefen Zug.

Aber in seinen Augen flackerte es.

Er verfolgte jede ihrer Bewegungen, jeden ihrer Blicke. Er lag auf der Lauer wie ein Luchs. In dem Jean war die Glut zur Flamme geworden. Sie schlug nun auf und wuchs hoch in ihm.

Und er selbst wuchs dabei. Er fühlte seine Kräfte, und er fühlte sich ihr Meister.

Er hatte sich vorhin gefragt: wie bring ich dies Mädchen aus dieser Gesellschaft? Er fragte sich's nicht mehr. Er sagte sich: dies Mädchen muß aus dieser Gesellschaft heraus.

Er hatte sich einen Augenblick geängstigt: kann dies Mädchen in dieser Gesellschaft rein geblieben sein? Es fiel ihm ein — sie war ja zu kurz darin, sie mußte rein sein — sie war rein.