»Mein, was die Leute sagen. Aber 's könnt ja auch schon sein. Warum nit? Er ist länger Junggesell geblieben, als es andere aushalten. Und eine Frau ernähren, das kann er.«
»Du meinst, lang genug gesucht hätt' er?«
»Meinetwegen heiß' es so,« meinte der Alte dazu. »Was der Jerrisepp macht, macht er vorsichtig und sicher, alles was wahr ist.«
»Auch uns die Kunden abspannen.«
»Auch das. Aber wann er's fertig bringt, bringt er's halt fertig. An seiner Mühl' vorbei geht halt die Chaussee, da braucht er sich kein extra Müh' zu geben. Und das will ich auch nit von ihm denken, daß er sich darin extra Müh' gäb. Die Tauben, die einem in den Schlag fliegen, die fängt man halt. Ich tät's auch so machen, warum nit?«
»Ich sag's ja immer, daß du die Menschen nit verstehst. Und dadrum hast du auch immer 's Nachsehen.«
»So, Mutter, meinst das? Na ja, vielleicht hast recht. Es kann aber auch sein, daß du nit recht hast. Guck, gönn's doch dem Jerrisepp. Es war doch ein bißchen zurückgegangen bei ihm, durch die viele Krankheit, seit sein Vater hat ins Gras beißen müssen. Dann immer die kranke Mutter und die kranke Schwester, bis sich der liebe Gott erbarmt hat und sie alle beide abgerufen.«
»Das ist ja nit unwahr —«
»Und na ja, wir haben gerade genug. Wir haben nur die Eve, und es ist nit zu gering, was wir der einmal mitgeben können. Und was wir brauchen, das bringt uns noch die Mühl', und kommt später einmal ein anderer Müller herein, so soll er halt auch tun, was ich auch einmal hab' tun müssen. Aber jetzt bin ich dazu zu alt. Dazu muß man jung sein. Also brummel nit und gönn's dem Jerrisepp.«
Er trommelte heftiger und trat fest den Takt. Die Katze schnurrte und der Sägemann auf dem Kastenofen setzte nur geschwinder seine Arbeit fort. Die Alten waren jetzt still und sannen vor sich hin.