»Die Wiesenmühl' hat zu Lebtag noch nit viel Wasser gehabt. Und soll ich vielleicht dem Wiesenmüller Wasser hinunterbringen?«
»Ja, recht hast du, Jerrisepp.«
»Die vierte Mühl' war schon zu Lebtag ein Stiefkind. Immer hat da das Gefäll gefehlt. Ich wunder' mich, daß sie so lang' sich gehalten hat und das Wasser nit schon längst ausgegangen ist.«
»Recht hast du eigentlich.«
»Wer die da hingebaut hat, der hat auch nit allzuviel Überlegung und Verständnis gehabt, oder die Bach ist damals anders gelaufen.«
»Das ist's, die Bach ist damals anders gelaufen. Das war alles anders. Und früher war die Wiesenmühl' eine von den allerbesten in der ganzen Umgegend. Aber seit der Wiesenentwässerung ist das anders geworden.«
»Also müßt' der Wiesenmüller eigentlich die Gemeind' verklagen und nit mich, wenn er kein Wasser hat.«
»Ja, eigentlich müßt' er das,« sagte der Paul Ludwig. »Denn seit der Wiesenentwässerung, die die Gemeinde gemacht hat, geht's ihm so schlecht mit dem Wasser.«
Dann ging der Paul Ludwig wieder und hatte das Gefühl, daß er die Sache vom Wiesenmüller sehr gut vertreten habe.
Der Wiesenmüller beruhigte sich aber dabei nicht. Er wollte jetzt unbedingt sein Recht haben. Und trotz seiner Scheu vor den Advokaten fuhr er nach Mainz und machte die Klage anhängig. Und legte gleich einen tüchtigen Batzen Geld auf den Tisch.