Nun kamen die Sachverständigen und prüften die neue Anlage vom Jerrisepp und den Wassermangel von der Wiesenmühle, und prüften alle Einsprüche, zum Beispiel den, daß der Jerrisepp das Wasser unterhalb der Mühle zu tief gelegt habe. Aber der Jerrisepp war sattelfest. Er hatte sich genau an die Bestimmungen gehalten.

Es war wenig Aussicht. Dazu mußten immer neue Vorlagen gemacht werden.

Der alte Müller war ganz krank. Von Bub auf an hatte er die Mühle jeden Tag klappern hören, von morgens bis abends und sogar in der Nacht, nun stand sie still. Totenstill war's, abgestorben, begraben. Der Alte konnte nicht mehr ruhen, nicht schlafen. Die Stille weckte ihn. Sie verjagte ihn aus seiner Mühle. Auch der Müllerin ging's so. Als ob sie nun ohne Haus und Heimat wären, ganz verstoßen und verlassen war ihnen. Dann und wann nur bekam das Wasser einen stärkeren Trieb und das Rad lief ein wenig, aber es war nicht der Mühe wert. Auch Stauungen halfen wenig. Wenn überhaupt etwas zu machen gewesen wäre, so hätte das wenigstens ein paar Hundert Mark gekostet. Die ganze Mühle war nun aber dem Wiesenmüller verleidet. Geld wollte er keines mehr an sie hängen. Er schickte die Eve zum Jerrisepp, fragen, wann er zu ihm kommen könnt'. Die Eve kam zurück mit der Antwort, daß es sein könne, wann es dem Vater passe. Dabei wußte sie des Rühmens kein Ende zu finden, wie fein alles in der Reihe sei beim Jerrisepp, wie er nun mit zwei Gängen mahle, und wie er nun gar nie mehr trocken sitzen könne. Der alte Müller kraute sich hinter den Ohren. Er sah die Eve lang' und durchdringend an.

»Es hat dir also gefallen?«

»Ich könnt' nit anders sagen, Vater.«

»Hm, hm! 's ist fein in der Reih'?«

»Ich müßt' lügen, Vater.«

Der Alte ging hinaus auf den Hof und machte sich da zu schaffen. Nach einer Weile kam er wieder herein.

Er fragte die Eve: »Willst ihn?«

»Wen?« fragte die Eve lachend.