Der alte Wiesenmüller klopfte ihm auf die Schulter: »Du brauchst dir nix einzubilden. Wenn ich's nit gewollt hätt', dann wär's nit geschehen. Und man weiß noch nit, wer's von uns zwei am längsten ausgehalten hätt'. Fertig!«

Dann ging der Wiesenmüller wieder seinen Weg zurück. Der Heimweg war ihm ein gut Teil leichter. Es wär' aber gar nit notwendig gewesen, daß die Freierei so viel Geld gekostet hätt', der Jerrisepp hätt's nur gleich richtig anpacken sollen. Na, was vorbei war, war vorbei. So dachte er.

Am Sonntag drauf wartete der Jerrisepp auf der Kirchentreppe auf die Eve und führte sie heim. Da wußte das ganze Dorf, daß die Heirat ausgemacht war. Trotz Prozeß, man hatte sich's ja freilich immer gedacht. Denn was ein rechter Müller ist, freit in einer Mühl'. Das war zu Lebtag so. —

Ende.

Holzamer, Der Held und andere Novellen.


Inhalt.
Seite
Einleitung des Herausgebers [3]
Der Held [9]
Sein letztes Hochamt [32]
Cellist Behnke [45]
Hochsommerglück [54]
Der böse Wunsch [64]
Die Freite [76]
Schriften von Wilhelm Holzamer

Im Verlage von Schuster & Loeffler in Berlin erschienen:

Zum Licht. Gedichte.