»Nein, da müssen wir, glaub' ich, noch ein paar Stunden mit der Eisenbahn fahren.«
»Wenn er dann grade anfinge, zu speien, und wir da mitten hineinkämen, was würdest du da thun?«
»Da würde ich gar keinen andern Gedanken haben, als wie ich dich retten sollte, und dich so auf die Arme nehmen.«
»Stich dich nur nicht an einer Stecknadel!«
»Ich kann mir ja nichts Schöneres denken, als mein Blut für dich zu vergiessen.«
»Mein einziger August –«
»Meine süsse Grete –«
Damit schloss vorderhand die Unterhaltung. Norbert hörte noch ein unbestimmtes Rascheln und Rücken von Stühlen, dann ward's still, und er verfiel in den Halbschlaf zurück. Der versetzte ihn nach Pompeji, wie eben der Vesuv wieder ausbrach; ein buntes Gewimmel von flüchtenden Menschen knäuelte sich um ihn herum, und darunter sah er auf einmal den Apoll von Belvedere, der die capitolinische Venus aufhob, forttrug und in einen dunklen Schatten gesichert auf einen Gegenstand hinlegte; ein Wagen oder Karren, mit dem sie fortgebracht werden sollte, schien's zu sein, denn ein knarrender Ton scholl davon her. Dieser mythologische Vorgang verwunderte den jungen Archäologen nicht weiter, nur fiel ihm als merkwürdig auf, dass die Beiden nicht Griechisch, sondern Deutsch mit einander redeten, denn er hörte sie, dadurch zu halber Besinnung gelangend, nach einem Weilchen sagen:
»Meine süsse Grete –«
»Mein einziger August –«