| Zentralverband | Zahl der | Zentralverband | Zahl der | ||
| Lokalvereine | Mitglieder | Lokalvereine | Mitglieder | ||
| Arbeitsleute | 96 | 19365 | Vergolder | 2 | 44 |
| Bäcker | 30 | 900 | Maler | 28 | 1500 |
| Klempner | 23 | 750 | Maurer | 67 | 4296 |
| Buchbinder | 11 | 789 | Müller | 13 | 360 |
| Former | 36 | 982 | Papierfabrikarbeiter | 7 | 561 |
| Glasarbeiter | 4 | 190 | Maschinentischler | 9 | 517 |
| Schneider | 60 | 2200 | Sattler und Tapezierer | 30 | 450 |
| Schmiede- und Maschinenarbeiter | 53 | 4657 | Schuhmacher | 49 | 2000 |
| Textilarbeiter | 12 | 1200 | Schlachter | 28 | 610 |
| Zimmerleute | 61 | 3298 | Tischler | 45 | 3422 |
| Wagenbauer | 14 | 230 | Tabakarbeiter | 31 | 2461 |
| Lohngerber | 6 | 165 | Buchdrucker | 45 | 1475 |
| Drechsler | 11 | 205 | Schiffszimmerer | 5 | 350 |
Außerdem giebt es noch Zentralverbände der Weißgerber, Lithographen und der Dienstboten, die zusammen 12 Lokalvereine mit etwa 1000 Mitgliedern hatten.
Vom 3. bis 5. Januar 1898 ist in Kopenhagen der erste reine Gewerkschaftskongreß abgehalten, auf dem 943 gewerkschaftliche Organisationen mit 69720 Mitgliedern durch 403 Abgeordnete vertreten waren. Hier wurde der Zusammenschluß sämtlicher Fachvereine zu einem einheitlichen Verbande unter dem Namen: „Vereinigte Fachverbände Dänemarks“ erreicht. An dessen Spitze steht ein Zentralvorstand aus 21 Mitgliedern, zu denen noch zwei Mitglieder des Vorstandes der Sozialdemokratischen Partei hinzutreten. Der Zentralvorstand wählt einen geschäftsführenden Ausschuß von fünf Personen. Der Schwerpunkt der Leitung fällt in die Einzelverbände, doch ist für wichtige Fälle die Entscheidung des Zentralvorstandes vorbehalten, z. B. muß jeder Streik bei ihm angemeldet werden und bedarf seiner Genehmigung, wovon die aus dem Zentralfonds zu zahlende Streikunterstützung von wöchentlich 10 Kronen für Männer und 6 Kronen für Frauen abhängig ist. Die Mittel sollen durch Sondersteuern der Mitglieder in Höhe von wöchentlich 25–50 Oere aufgebracht werden. Außerhalb des Verbandes stehen 52 lokale Vereine in Kopenhagen mit etwa 20000 Mitgliedern. Es wurde beschlossen, für die Durchführung des Achtstundentages einzutreten. Neben mehreren Fachorganen besitzt auch der Gewerkschaftsbund eine eigene Wochenzeitung. Die Beiträge belaufen sich auf jährlich 20 Oere. Es soll in der Regel kein Streik unterstützt werden, bei dem nicht ein Versuch der gütlichen Beilegung oder eines schiedsgerichtlichen Verfahrens gemacht ist; dabei ist der Zentralvorstand zuzuziehen. Für die erste Woche wird Unterstützung seitens des Verbandes nicht gezahlt[55].
Auch die politischen Vereine der Sozialdemokratie bilden einen einheitlichen Verband. Die Partei besitzt im Reichstage 11 Abgeordnete und hat fünf Tageszeitungen, von denen die gelesenste, „Socialdemokraten“, allein in Kopenhagen 33000, die übrigen zusammen etwa 17000 Abonnenten haben. Daneben giebt es ein wöchentlich erscheinendes gemeinsames Gewerkschaftsorgan, und endlich besitzen die meisten Gewerkschaften ihr eigenes Fachblatt.
In Norwegen[56] gab es bis zum Jahre 1886 nur wenige und unbedeutende Arbeitervereine, die aber kaum einen gewerkschaftlichen Karakter trugen, sondern neben der Krankenunterstützung vorwiegend gesellige Zwecke verfolgten. Die einzige Ausnahme bildeten die Buchdrucker, die schon seit 1874 eine gewerkschaftliche Organisation besitzen und auch heute an der Spitze der Bewegung marschieren. Aus den Mitgliederbeiträgen von wöchentlich 1 Krone (= 1 Mk. 12½ Pfg.) werden außer der Verbandskasse eine Streikkasse, eine Arbeitslosigkeitskasse, eine Reisekasse, eine Krankenkasse und eine Sterbekasse unterhalten.
Eine allgemeine gewerkschaftliche Bewegung beginnt erst seit 1886, und ist auch heute noch wenig entwickelt. Bis 1890 gab es nur lokale Vereine; seit dieser Zeit haben sich nicht allein die meisten Vereine desselben Gewerbes zu Zentralvereinen zusammengeschlossen, sondern es haben sich auch Gesamtverbände gebildet. Endlich bestehen in den meisten größeren Städten Kartelle der verschiedenen Fachvereine.
Ende 1898 gab es folgende 13 Zentralvereine:
| 1. | Buchbinder | 20 | Vereine | mit | 1400 | Mitgliedern |
| 2. | Metallarbeiter | 13 | „ | „ | 1200 | „ |
| 3. | Tischler | 12 | „ | „ | 1000 | „ |
| 4. | Schneider | 12 | „ | „ | 1000 | „ |
| 5. | Schuhmacher | 12 | „ | „ | 1000 | „ |
| 6. | Maler | 6 | „ | „ | 900 | „ |
| 7. | Eisenbahnarbeiter | 16 | „ | „ | 1000 | „ |
| 8. | Bäcker | 24 | „ | „ | 900 | „ |
| 9. | Steinhauer | 10 | „ | „ | 800 | „ |
| 10. | Former | 4 | „ | „ | 500 | „ |
| 11. | Klempner | 3 | „ | „ | 400 | „ |
| 12. | Buchbinder | 3 | „ | „ | 400 | „ |
| 13. | Hafenarbeiter | 7 | „ | „ | 1600 | „ |
| Zusammen | 142 | Vereine | mit | 12100 | Mitgliedern. |
Daneben giebt es aber noch in Christiania einen Verband unter dem Namen „De samwirkende Fagforeninger i Kristiania“, dem 50 Vereine mit 6000 Mitgliedern angehören und der eine gemeinsame Unterstützung in Streikfällen bezweckt. Zu ihm gehören die meisten der oben aufgeführten Vereine, soweit sie in Christiania ihren Sitz haben, daneben aber auch noch andere nicht zu Zentralverbänden zusammengeschlossene Fachvereine. Endlich besteht noch unter dem Namen „Norsk Fagforbund“ ein Verband von 30 Vereinen mit etwa 2000 Mitgliedern, der insofern von den Zentralverbänden und den „Samwirkende Fagforeninger“ unabhängig ist, als seine Mitglieder keiner von beiden Organisationen angehören.