Excellenz selbst geleitete den Alten in die Gastzimmer.

Der Hofmarschall war glücklich. Das waren die ersten warmen Worte, die er aus dem Munde Seiner Durchlaucht je erhalten hatte. Und wie seltsam der Fürst gesprochen hatte! Fast weich. Nichts von dieser schroffen Zurückhaltung, die sonst alles um den Fürsten erstarren machte. Was war denn geschehen?! »Meine liebe Excellenz?!«

Die Excellenz selbst geleitete den Alten in die Gastzimmer, die Lakaien flogen, Küche und Keller mußten das Beste leisten; o, Herr Kellermann durfte zufrieden sein.

Aber was war geschehen?!

*

Der Fürst saß wach bis spät in die Nacht.

Die Jugend, die vergessene, verlorene, hatte noch einmal an das Thor gepocht, und Karl Heinrichs müdes, versteinertes Herz zuckte.

In wenigen Tagen würde er ausziehen, um in das Schloß zu Karlburg die Braut zu holen, und von dem Tage an begann die ruhige, gemessene Zeit gereiften Lebens. Von da an war alles klar, vorgeschrieben, ausgerechnet, jeder Schritt und jede Handlung vorgezeichnet, alles zukünftige Leben eine schnurgerade Straße, auf der man so lange fortpilgert, bis das Ende erreicht ist. Jedes Bürgermannes Leben kann im Zickzack gehen, auf und nieder schwanken, das des Fürsten ist berechnet und abgezirkelt, sicher und einförmig in alle Zukunft.

Einen einzigen Menschen haben, der jetzt dasäße und spräche:

»Karl Heinrich, das ist nicht anders, du mußt das ertragen.« Der ihn trösten oder beruhigen würde, oder …