»Ihr seid’s so schlecht. Nie mehr zu kommen.«

Da – ihre Augen öffneten sich groß, starr, einen Schritt trat sie zurück, als ob ein Gespenst aus der Nacht des Neckars vor ihr auftauchte – dann ein Schrei, ein alles durchdringender Schrei:

»Karl Heinz!!«

Eine Totenstille ringsumher, keiner sprach ein Wort, nur der Neckar rauschte und stieß das folgende Boot heftig gegen die Balken der Brücke.

»Du! Du! Du!« Sie hielt ihn umklammert und preßte sich zu ihm empor, dicht an sein Gesicht.

*

Es war eine seltsame Nacht, diese letzte in Heidelberg. Mit glühenden, begeisterten Augen schauten die jungen Studenten auf Karl Heinrich von Karlburg, der wieder Band und Mütze trug und zwischen ihnen saß, jung wie sie. Ein Ahnen durchzog sie alle, was diese Nacht für den bedeutete, der heute im hellen Tageslicht kalt und stumm gewesen war.

Eine letzte Nacht.

Die Musik spielte, Herr Rüder ging mit einem strahlenden Lächeln hin und her, das sich auf seinem etwas vergrämten Gesicht wunderlich ausnahm, und draußen an dem Zaun der Landstraße standen wieder wie früher die jungen Burschen und Dirnen aus der Nachbarschaft, die lange bei Rüders keine Musik mehr gehört hatten.

Nun wurde alles für Herrn Rüder wieder gut. Sie würden alle zurückkommen, die Studenten, jeden Tag, jetzt mehr als je. Er würde eine Tafel am Hause anbringen lassen zur Erinnerung an diesen Tag mit dem Namen seines erlauchten Gastes. Und dann – es war gar nicht auszudenken, was alles daraus folgen mußte …