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»Liebe Käthie!«

Karl Heinrich hatte den Arm um ihre Schulter gelegt und lehnte neben ihr im Schatten der zwei alten Linden am Ufer. Fern durch die Büsche sah man den hell erleuchteten Garten, in dem Herr Rüder, trotzdem seine Gäste nun schon Stunden hier waren, noch immer neue Lampions aufhängte.

Es war wohl nicht mehr die kleine, süße Käthie von einst – ein fremder, trauriger, fast alter Zug war in das Gesichtchen gekommen, aber Karl Heinrich und das Mädchen hielten sich umschlungen, wie zwei, die sich noch einmal gefunden haben, um Abschied zu nehmen für immer.

Sie sprachen nicht viel, sie hatten nie viel zusammen gesprochen.

Von den zwei Jahren hatten sie einander wenig zu erzählen, auch die Zukunft streiften sie nur mit wenigen Worten. Was war darüber groß zu reden?!

Daß er Hochzeit halten würde, bald schon, hatte sie in den Zeitungen gelesen, das verstand sich ja auch ganz von selbst.

»Und du, Käthie?«

»I geh’ nach Oesterreich, Karl Heinz. Der Franzel schreibt alle Vierteljahr’, i soll kommen, er will nun endlich heiraten.«

Stumm, wortlos lehnten sie aneinander, nur bisweilen flüsterte sie im Kuß: »Karl Heinz«, und leise gab er zur Antwort: »Käthie.«