»Na,« sagte der Doktor mit einem triumphierenden Lächeln, als ob er den Zug persönlich erdacht und arrangiert gehabt hätte, »war das hübsch?«
»Sehr.«
»So geht das in Heidelberg alle Tage. Immer lustig.«
Als sie dann nach einigem Suchen am Markt das Haus Nr. 18 gefunden hatten, schlug es vom Kirchturm in langen, langsam verhallenden Tönen zehn Uhr.
Einen Augenblick zögerten beide, denn das alte Haus sah trotz seines breiten, hell erleuchteten Flures nicht so aus, wie der Prinz – und vielleicht auch der Doktor – erwartet hatten. Links vom Eingang lag ein Friseurladen, der bereits geschlossen war, rechts ein großes Materialwarengeschäft, dessen Tonnen voll Gurken, Linsen und getrockneter Aepfel die halbe Thür versperrten.
Die Lehrlinge und ein dickes Dienstmädchen betrachteten neugierig Herrn Lutz, der bereits angelangt war, mit einem höchst indignierten Gesicht neben dem Hoffourier stand und auf den bestürzten Mann heftig einredete.
»Es war das beste Quartier in ganz Heidelberg,« beteuerte dieser, »die teuerste Wohnung in der ganzen Stadt – es sind acht Zimmer, Herr Lutz!«
Aber Herr Lutz stieß mit seinem Lackstiefel gegen ein hohles Petroleumfaß, daß es dröhnte:
»Dann hätten Sie telegraphieren sollen, dann wäre man noch nicht abgereist, hätte die Reise verschoben!«
Jetzt traten der Prinz und der Doktor aus dem Schatten der Straße in das Licht des Eingangs.