Er betrachtete das Bild.

Karl Heinrich war so verlegen, verdutzt, – er wollte etwas sagen, aber er brachte nur ein paar gestotterte Laute heraus. Seine erste bescheidene Liebesaffaire war schmählich verunglückt. Vielleicht bildete er sich ein, unter so bewandten Umständen ein unverzeihliches Attentat begangen zu haben, eine Niederträchtigkeit gegen das vertrauensselige, offenherzige Ding, er zog ein so beklommenes Gesicht voll Reue, daß sie ihrerseits sich nun ärgerte, den hübschen, netten Prinzen so angefahren zu haben. Wie reizend er aussah mit seinem bestürzten, feuerroten Gesicht, das war wirklich einmal ein lieber Kerl.

Und um ihn zu trösten, sagte sie:

»Was man halt so verlobt nennt. Mit der Heirat kann der Franzel noch lange warten. Er will schon, aber ich nicht. Finden S’, daß ich sehr österreichisch spreche?«

»Oesterreichisch?« Er verstand nicht, was sie wollte, dieser neue Zickzacksprung brachte ihn ganz aus dem Konzept.

»Ich hab’ ’s Oesterreichische ganz verlernt, weil ich’s nicht mag. Weil’s der Franzel redet. Er ist nämlich a Wiener.«

»So.«

»Sie dachten wohl, er wohnt hier in Heidelberg?«

Karl Heinrich hatte in der Eile über diesen Fall noch nicht nachgesonnen, aber um eine Antwort zu geben, sagte er:

»Ja, das dachte ich.«