Karl Heinrich wurde es bei all diesem Gerede abwechselnd kalt und heiß. Sie stand unmittelbar neben ihm, ihre dunkeln Locken streiften seine Schulter, und wie sie hastig und aufgeregt sprach, bewegte sich ihre junge Brust unter dem engen Mieder auf und ab.

»Schließlich, heiraten muß jede, nicht wahr? Und in Heidelberg ewig bleiben kann man auch nicht, gelt?«

»Nein.«

Sie fuhr sich flüchtig mit der Hand über die Augen, um etwas fortzuwischen, dann schob sie Franzels Photographie zwischen die Kaffeetassen, atmete tief auf und nahm das Brett von neuem auf den Arm.

»Nun muß ich gehen.«

Sie wollte an ihm vorbei, da hielt er sie einen Moment fest und – er konnte nicht anders – gab ihr einen zweiten Kuß. Es war im ersten Augenblick ein etwas zaghafter Kuß, der seiner Keckheit wegen gleichsam um Verzeihung bat, aber als ihr roter, warmer Mund nicht zurückwich, preßten sich seine Lippen fester, immer dichter, heißer.

»Käthie!«

Beide atmeten schwer. Einen Augenblick ließ er sie los und beugte den Kopf zurück, um sie anzusehen, dann küßte er sie von neuem, immer wieder. Bis ein leises Frösteln über sie hinlief und sie sich stumm losmachte.

»Und wie heißen denn Sie?«