Der Franzel hatte sich im vollen Staat photographieren lassen, eine Rose im Knopfloch, auf dem Kopfe den etwas schief sitzenden Cylinder mit flacher Krempe, im Munde eine lange, dünne Virginiazigarre und in der behandschuhten, außerordentlich großen Hand eine Reitpeitsche mit einem silbernen Pferdekopf.
»Fesch ist er, gelt?«
»Hm!«
»Und ich nehm’ ihn doch nicht!«
Erstaunt blickte er sie an.
»Denn erstens, er könnte bald mein Vater sein, weil er zu Peter und Paul dreißig wird, und zweitens, ich geh’ nicht nach Wien, ich mag nicht.«
»Aber –«
»Es ist nämlich so, daß der Großtante Dörffel ihr Bruder der Vater gewesen ist vom Franzel. Und meine Mutter selig war dem Franzel seinem Vater die Cousine. Deshalb. Wie ich schon so klein war, hat’s immer geheißen: die soll den Franzel heiraten. Nun zu vorigen Johannis hat er geschrieben, ob ich will, und alle haben gesagt: Ja, ich soll. Da hab’ ich ›ja‹ gesagt, aber ich hab’ gesagt: Nicht gleich, und erst will ich noch warten.«
Sie nahm das Bild und betrachtete es nachdenklich:
»Eigentlich ist er ja ein lieber Kerl, gelt, die Augen?«