»Ja, danke.«
So saßen sie unter dem grünen Dach der alten Bäume, tranken und rauchten. Sie sprachen einiges über das Schloß und den schönen Tag, dann versanken sie beide wieder in Schweigen.
Die Sonne, die durch die Blätter blinzelte, die große Stille ringsum, der Wein, die Zigarre – alles wirkte auf den Doktor nach dem für seine Verhältnisse anstrengenden Marsch einschläfernd. Er versuchte, der Hypnose zu widerstehen, aber das gelang ihm mit großer Anstrengung nur zweimal; beim dritten Male öffneten sich die widerspenstigen Augendeckel nicht mehr.
Erst nach einer Weile merkte Karl Heinrich, als er etwas Gleichgültiges fragte und keine Antwort bekam, daß sein Begleiter wieder einmal eingeschlafen war.
Er lächelte, er war ihm nicht böse – nein, im Gegenteil.
Er lehnte sich weit zurück in seinen Stuhl, den Ellbogen auf den Tisch und den Kopf in die Hand gestützt.
War er je im Leben so glücklich gewesen? Nie! Tausend Eindrücke waren gestern und heute auf ihn eingestürmt, aber kein Mißton fand sich dazwischen, sie klangen alle harmonisch zusammen in einen einzigen Glücksaccord. – Käthie, Freiheit, Heidelberg, der Neckar, das Schloß, der Frühling, die goldene Zukunft – ein einziger Strom von Freuden, ein einziger Rausch.
Käthie – er nahm das silberne Armband und ließ es in der Sonne glitzern.
›Ob sie sich darüber freut? Ob ich ihr ein besseres kaufen soll?‹ Er legte das Ding um sein Handgelenk und nahm es nicht wieder ab. Ihm war, als ob Käthie das Band schon einmal getragen hätte, als ob es gleichsam ein Stück von ihr sei, etwas Greifbares, das sie ihm näher brachte.