Seine Kraft war gebrochen, sein Widerstand zu Ende. »Das ist recht, Lutz, daß Sie geschlafen haben,« fortwährend summte ihm diese Redensart des Prinzen im Ohr. Das klang so, als hätte er seine gute, ernste Nachtruhe gehabt, während er keine zehn Minuten geschlummert hatte.

»Gehen S’, helfen S’ mal a bissel, geben S’ mal die blauen Tassen da vom Brett. Ja, die.«

Er that’s.

Man schrie nach Cognac, er holte Cognac.

Man wünschte Zigarren, er brachte Zigarren.

Die Hunde sollten in der Küche Wasser zu trinken bekommen, er lockte die drei Wölfe hinaus und erfüllte auch deren Wünsche. Der eine knurrte ihn auf dem Korridor bösartig an, aber Herr Lutz dachte gottergeben: ›Beiß mich tot, das ist auch egal.‹

Morgens um sechs war Herr Lutz wieder allein, Prinz, Doktor, Studenten, Hunde polterten die Treppe hinunter, und die verlassenen Zimmer sahen nach der einen Stunde aus wie ein Schlachtfeld. Allenthalben lagen Asche, Zigarrenstummel, eine Cognacflasche war umgeworfen, Tassen, Gläser standen in wüster Unordnung, ein Stuhl war zerbrochen und die Luft so voll Tabakgestank, daß Lutz übel wurde.

»Wir gehen aufs Schloß,« hatte Karl Heinrich gesagt; »mittags komme ich nach Haus und schlafe dann eine Stunde.«

Also dieser Prinz war ein Wüstling geworden, Herr Lutz der Kammerdiener eines Wüstlings.

So würde das fortan jeden Tag gehen.