Die Thüren der Waggons, aus deren Fenstern die neugierigen Gesichter der Reisenden schauten, wurden geschlossen, der Bahnhofsvorsteher in roter Mütze und weißen Handschuhen gab auf einen Wink des Hofmarschalls ein Zeichen, der Zugführer pfiff, die Lokomotive antwortete, und langsam, wuchtig setzte sich der schwere Zug von neuem in Bewegung.

Karl Heinrich stand am Fenster und verneigte sich ein letztes Mal ehrerbietig vor dem Oheim. Eine kurze Weile sah er noch die Offiziere und Kammerherren, die mit der Hand an der Mütze oder mit abgezogenem Hute ihn grüßten, darauf die Gepäckträger und ein paar Arbeiter, die am Ende des Bahnhofs sich militärisch stramm aufstellten, dann atmete er tief auf.

Karl Heinrich stand am Fenster.

Aber er blieb noch am Fenster, während der Doktor seinen Cylinder in eine Hutschachtel packte und eine grün-blau karierte Reisemütze hervorsuchte.

Karlburg verschwand, eine Weile fuhr der Zug durch den Langenhagener Wald, jetzt flogen die Dörfer Rotenberg und Hude vorbei, und nun – der Prinz kannte die Stelle genau – sauste der Kurierzug über die Grenze.

Noch einmal atmete er tief auf.

Dann sah er sich um nach seinem Begleiter, der beschäftigt war, die gelbe Ledertasche zu durchstöbern.

Er lachte: »Sie suchen wohl schon den Wein, Doktor?«

»Nein, den hab’ ich. Ich suche den Korkzieher, ich bin wie verdurstet.«