Der Hofmarschall, die Kammerherren, zwei Adjutanten – es war der Seiner Durchlaucht dem Erbprinzen gebührende feierliche Empfang.
Die Lakaien standen mit den flach an die Plüschhosen gelegten Cylindern, und rechts und links hinter der abgesperrten Linie drängte ein neugieriges Publikum, das – in begreiflicher Erregung wegen der immer düsterer lautenden Bulletins, Seiner Durchlaucht des Fürsten Krankheit betreffend – sich zahlreich am Bahnhof eingefunden hatte.
Also der Erbprinz kam!
Man hatte ihn telegraphisch berufen.
Vielleicht war Seine Durchlaucht der Erbprinz in wenigen Tagen schon der regierende Herr.
Man rief nicht »Hoch«, das hätte in dieser schweren Stunde nicht gepaßt, aber alle Hüte senkten sich tief, und die Frauen verneigten sich vor dem künftigen Herrn.
Draußen vor dem Bahnhof drängte sich eine dichte Menge, und den ganzen Weg entlang bis zum Schloß stand eine ununterbrochene Reihe Menschen, die alle schweigend grüßten.
Karl Heinrich saß neben dem Hofmarschall. In dem Fürstenzimmer des Bahnhofs hatte er mit den Herren vom Hofe und den Aerzten gesprochen, man versicherte ihm, die größte Gefahr, die heute nacht gedroht habe, scheine überwunden, und eine Genesung Seiner Durchlaucht liege nicht mehr außer dem Bereiche der Möglichkeit.
Er hielt die Hand am Hute und grüßte nach rechts und links.