Eine miserable Kutsche rasselte vor den Bahnhof.

Was Herrn Lutz betrifft, so hatte er bis zwanzig Minuten vor Abfahrt des Zuges in immer steigender Aufregung seinen Herrn daheim erwartet, aber wie richtig Herr Lutz mit den zerfahrenen Lebensgewohnheiten Seiner Durchlaucht sich vertraut gemacht hatte, bewies der Umstand, daß er richtig schloß: Durchlaucht werde in letzter Minute schon rechtzeitig zum Bahnhof kommen.

Durchgeregnet, ohne Paletot, sprang Karl Heinrich in das reservierte Coupé, Herr Lutz hatte nur noch Zeit, Durchlaucht auf Mantel, Decken, Koffer aufmerksam zu machen, dann hetzte Herr Lutz in sein eignes Coupé, und eine halbe Minute später glitt der Zug in den Regen hinaus.

Lange stand der Prinz am Fenster und schaute rückwärts dorthin, wo die Neckarstadt im Nebel verschwunden war. Dann atmete er tief auf wie jemand, der aus einem Traum erwacht. Er zog das seidene Band, das über seiner Weste lag, durch die silberne Schnalle, rollte es auf und schob es in die Tasche. Die dunkelblaue Mütze legte er in den von Herrn Lutz vorsorglich geöffneten Koffer und nahm einen Reisehut.

Drei rote Rosen, die Käthie ihm gegeben, behielt er in der Hand.

Er lehnte sich in die weichen roten Polster und versuchte an Käthie zu denken, aber plötzlich stand das Bild des Doktors vor ihm, das ihn nicht mehr losließ. Der lag nun im Krankenhaus, schon viele Meilen entfernt, und er, Karl Heinrich, fuhr nach Karlburg. Allein!

Vor drei Monaten waren sie zusammen auf diesem selben Wege nach Heidelberg gekommen, zusammen.

Zusammen. – Käthie, der Doktor, die Corpsbrüder – mit allen war er zusammen gewesen, immer lustig, immer zusammen … nun war er allein.

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