„Dir ist es gottlob gut gegangen,“ stammelte ich, und:
„Besser, als ich’s verdiente,“ erwiderte der Vetter Just. „Cicero hat sich jedesmal nach einer längeren Reise für das heimatliche Gewächs erklärt, und wenn es noch so verfälscht war; und sie haben den Falerner damals sicherlich schon gerade so vermanscht wie heute hier diesen Rüdesheimer. Dessenungeachtet also: Auf dein Wohl, Fritz!“
„Auf dein Wohl, Vetter Just,“ stotterte ich und sah wieder stumm hin nach dem alten wackeren Freunde.
Das überraschende Wiedersehen hinderte ihn in der Tat nicht, sich gerade so durch die Speisekarte des Berliner Restaurants durchzuarbeiten wie vordem durch das Gute, was unsere Jule Grote auf den Tisch setzte, und nachher verstohlen und „vermittelst eines zweiten Schlüssels“ durch seine Schinken-, Speck- und Wurstkammer.
„Noch einmal auf dein Wohl, Fritz Langreuter!“
„Und auf deines so oft du willst, Just, und — die alte Jule soll leben!“
Da war das lösende Wort, das ich bis jetzt so vergeblich zu finden gesucht hatte.
„Hurra, das soll sie!“ rief der Vetter, auf den Tisch schlagend daß alles Tafelzeug emporhüpfte und man von sämtlichen übrigen Tischen sich nach uns umdrehte.
„Sie lebt doch hoffentlich noch und befindet sich wohl? Sie muß freilich jetzt wohl —“
Der Vetter hatte seine Serviette neben dem Teller niedergelegt, den Teller von sich abgeschoben und die Hände auf die Knie fallen lassen.