Notre Dame de Miracle, ich werde der Frau von Maintenon diese Geschichte erzählen. Ihr seid ein braver Gesell, Etienne. Ah, oh, ou la vertu va-t-elle se nicher? wie Monsieur Molière sagt, — sagt er nicht so?“

„Ich glaube, gnädiger Herr,“ meint Vinacche, die Achsel zuckend, und setzt hinzu, als eben jemand an die Tür des Salons mit leisem Finger klopft: „Da kommt Konrad, uns zum Werk zu holen. Wenn es also beliebt, Monseigneur, so können wir unsere Arbeit von neuem aufnehmen; Zeit und Stunde sind günstig, jeder Stern steht an seinem rechten Platz, und gute Hände schüren die Flamme!“

In die geöffnete Tür schaut das finstere Gesicht des deutschen Meisters Konrad Schulz:

„Es ist alles bereit!“

„Wir kommen!“ sagt der Herzog von Chaulnes, mit zärtlichem Handkuß von Madame Vinacche Abschied nehmend. In das chemische Laboratorium herab schreiten die Männer.

Um den schwarzen Herd stehen regungslos die Gehilfen des großen Goldmachers. Atemlos verfolgt der Herzog jede Bewegung des Alchymisten.

Der Meister arbeitet!

Tiegel voll Salpeter, Antimonium, Schwefel, Arsenik, Qecksilber gehen von Hand zu Hand. Die Phiole mit dem „Sonnenöl“ reicht Martino Polli, das Blei bringt Konrad Schulz zum Fluß; — der große Augenblick ist gekommen. Aus einem Loch in der schwarzen feuchten Mauer ringelt sich eine bunte Schlange hervor, sie steigt an dem Beine Stefano Vinacches empor, sie umschlingt seinen Arm und scheint ihm ins Ohr zu zischen. Ein Zittern überkommt den Goldmacher, aus der Brust zieht er ein winziges Fläschchen; — im Tiegel gärt und kocht die metallische Masse, — die Flammen züngeln, — aus der Phiole in der Hand des Meisters fällt das Projektionspulver in den Tiegel — — — — — — — — — — — — —

Das Werk ist vollbracht! In die Form gießt Konrad Schulz die kostbare, im höchsten Fluß befindliche Masse — nach einigen Augenblicken wiegt der Herzog von Chaulnes eine glänzende Metallbarre in der Hand. „Reinstes Gold, Monseigneur!“ sagt Stefano Vinacche. —

[IV.
Was man in Versailles dazu sagte.]