Stefano legt die Hand auf das Herz.
„Monseigneur, ich habe ein gutes Gedächtnis für empfangene Wohltaten. Glaubt nicht, daß das Glück und die errungene Wissenschaft mich stolz mache. Fragt meine Frau, was gestern geschehen ist.“
„Wahrlich, Monseigneur, es war eine tolle Szene. Stellt Euch vor, es befindet sich gestern eine glänzende Gesellschaft bei uns, Monsieur Despontis, Monsieur von Beaubriant und viele andere, als ein abgelumpter Mensch Etienne zu sprechen verlangt. Die Diener wollten ihn abweisen; aber Etienne hört den Lärm und läßt den Vagabunden kommen. Mon Dieu, was für eine Szene!“
„Nun?!“
„Nicolle war’s, gnädigster Herr! Nicolle, meines Mannes Kamerad aus dem Regiment Royal-Roussillon!“
„Oh, oh, oh! ah, ah, ah!“ lacht der Herzog. „Dem Wiederfinden hätt’ ich beiwohnen mögen. Das muß in der Tat eine eigentümliche Überraschung gegeben haben.“
„Ich fiel in Ohnmacht, und Etienne — fiel dem Vagabunden um den Hals —“
„Und die Gesellschaft?“
„Stand in starrer Verwunderung! Es war ein tödlicher Augenblick,“ ruft Madame de Vinacche klagend, doch Etienne sagt:
„Ich hatte dem Manne einst ein schweres Unrecht zugefügt, jetzt war mir die Gelegenheit gegeben, es wieder gutzumachen, und ich benutzte diese Gelegenheit.“