„Decket es mit, Kamarado, es tut Not. Dorten werden freilich bald genug die Trompeten noch einmal zum Antraben rufen; aber für unser einen ist keine Freude mehr dabei, so wenig als bei des französischen Louis und des Kaisers Spektakel drüben am Rhein. Diesmal sollet ihr die Prügelsuppe für euch allein haben, ihr nordländischen Bären.“

Vier Fäuste krachten auf einmal auf den Tisch; ein halb Dutzend grausamlicher schwedischer Flüche schmetterte dazwischen, und auf den Füßen standen nunmehr die zwei Korporale und riefen wie aus einem Munde:

„Was singet der Herr da?“

Der Italiener lachte und winkte begütigend dem Hafenvogt:

„Könnt ihr es leugnen, Kamarado, daß ihr euch da unten Gewaltiges und Tückisches vorgenommen habt? Der Signor aus der Wildnis hat freilich bei seinen Murmeltieren geschlafen; aber wir anderen wissen doch noch ein wenig, wie es in der Welt zugehet, und meine Opinion ist augenblicklich, daß ihr euch diesmal bei dem Handel tüchtig die Pfoten verbrennen werdet. Ha, leugnet es nur, aber es ist so! Ihr werdet ihn mit nichten halten, den zehnjährigen Neutralitätsvertrag, nun da die Katz’ vom Haus ist, und die kurfürstlichen Gnaden von Brandenburg mit dero hohen Sposa, dero Kurprinz und dero glorreicher Armada zum kaiserlichen Kommandeur, dem Duc de Bournonville am Rhein aufgebrochen sind.“

„Man wird ihn halten!“ rief der Hafenwärtel.

„Ich sage no! und ich sage dazu, nehmet euch in acht! Die Welt ist älter geworden seit unseren jungen Tagen, und neue Hände sind an einem neuen Werke.“

„Zahlmeister! Zahlmeister!“ rief Rolf Rolfson Kok drohend.

„ Pazienza! adagio! möcht’ wohl einmal in eure Magazine in Stettin hineingucken. Das wird schon jetzt ein lustig Zufahren von Piken und Musketen, Pulver, Blei und Geschütz im Hafen von Wismar sein. Ohe, Signori, das wird ein lustiges Klingen von französischem Geld auf den Tischen von Stockholm und in den Taschen eurer Generale geben!“

„Ihr seid ja ein recht feiner, politischer Kopf, Herr Kamerad vom Regiment Strozzi,“ brummte Sven Knudson Knäckabröd, ungewiß, ob er das Ding für eine Schmeichelei oder das Gegenteil nehmen solle.