Beim großen Pan, damit muß es anders werden!

Rot wie die Liebe ist der Abendhimmel; goldne Wölkchen, weiße Tauben schweben darin hin und wider wie Liebesgedanken … Wo sind meine Diplomaten, wo meine Kabinettskuriere?

Es schwanken die Gräser — es regt sich — es läuft, es kriecht, es klettert, es hüpft, es flattert und fliegt — tausendbeinig, tausendflügelig! Es zwitschert und summt — tausendtönig!

Dichterminister, Frühlingsräte, Liebesgesandte versammeln sich um mich zu Rat und Tat.

Wohlan — die Konferenzen sind eröffnet! Allen Gegenwärtigen und Zukünftigen Gruß! Wen send’ ich zuerst an jene dort, hinter den Hollunderblüten?

Ach! Du da — fort mit dir zu ihr hin — du mein leichtgeflügelter, magenloser Herold, du, den sie den „roten Augenspiegel“ nennen, zeig ihr auf deinen weißen Schwingen die beiden Purpurtropfen, sag ihr, es sei Herzblut — mein Herzblut aus dem wilden Kampf um die Liebe, die rote Liebe! … Da flattert der Bote der Laube zu; es zittert mein Herz, mein banges Herz. — (Sie — niest!!!) O Dank, Dank ihr ewigen guten Götter, Dank für das Omen! (Erkälte dich nicht, Luise, nimm ein Tuch um, hörst du?)

Wer ist der zweite meiner Boten? Schnell, schnell, meine kleine emsige Biene; — hin zu ihr — summe ihr ins Ohr, Honiggedanken, Hausgedanken, Leinen- und Drellgedanken!

(Was hat das Frauenzimmer zu lachen über ihrem Nähzeuge, in der kleinen Laube?)

Und nun mein letzter Bote, mein schwarzer Trauermantel, flattere hin zu ihr! Hör’, was du ihr sagen sollst. Sag ihr: Luise, Luise, der Tag ist zu Ende — die Eintagsfliegen wurden müde, todmüde — der Bach schaukelt ihre armen kleinen Leiber fort, vorüber an den Blumen, an denen sie noch vor einer Stunde tanzten und spielten. Luise, Luise, das Leben ist kurz; Luise, die Nacht bricht herein; sieh den rotfinstern Streifen im Westen, sieh, wie es im Osten unheimlich zuckt und leuchtet — horch, wie es grollt!

(Es regt sich in der kleinen Laube! Sie seufzt!) Luise, Luise!