„Ja, hiergeblieben, Gustav!“ ruft die Mutter.
Ich beginne nun das Verhör.
„Wie alt bist Du jetzt, Gustav? Antwort!“
„Vierzehn und ein halb!“
„Welchen Platz in der Klasse hast Du jetzt?“
„Ich bin der Vierundzwanzigste von oben!“
„Der — der — der Fünfte!“ — (Pause.)
Ich lege nun ein Gesicht an wie Zeus Kronion, wenn’s lange heiß gewesen ist, und er donnern will, und beginne eine Rede, die anfängt: Als ich in Deinem Alter war (wie Nota bene alle Väter und Erzieher beginnen, seit Adam seinen Erstgeborenen „rüffelte“); ich flechte die Milchgeschichte ein, gehe dann zu den „locibus“ in der letzten Arbeit über, bringe einen kleinen Seitenhieb auf Elise an und ende, indem ich die rührend-pathetische Seite — den Kummer der Mutter — herauskehre.
Während der ganzen Dauer dieser „Pauke“ hat mein Missetäter, bald auf dem einen, bald auf dem andern Fuß stehend, mit einem dummpfiffigreuigwehmütigen Gesicht angestrengt einen Punkt oben an der Decke, der ihm sehr merkwürdig erscheinen muß, ins Auge gefaßt. Kaum aber habe ich geendet, so verliert auch besagter Punkt alles Interesse für den Schlingel, „die Erde hat ihn wieder“, er schiebt sich hinter Elise, die fortwährend mit ihrer Schürze zu tun gehabt hat, und dann zu seiner Mutter, die ihm bemerkt: