„Ich für mein Teil habe nichts gehört!“ sprach er ganz gemütlich. „Alle Wetter, und sie haben doch mein feines Ohr manch liebes Mal auf Vorposten gelobt!“ Damit setzte er den geleerten Krug mit einem Klapp auf den Tisch nieder. „Nicht wahr, Musketier Bodenhagen?“ fügte er hinzu.

Hinter dem Ofen hervor kam eine befangene Stimme:

„Sei ruhig, Lieschen — es war nichts! — Ich — ich glaube auch nicht dran!“

Der Meister Christian nahm die Tonpfeife, die er vor sich hingelegt hatte, wieder auf, jedoch nur, um sie in zwei Stücke zu brechen und unter den Tisch zu werfen.

„Junge?!“ rief er. „Was will der Junge? Was sagt der Junge da? — Will der Junge, der Landläufer, auch einmal wieder reden, ohne gefragt zu sein?“

„Ja, Herr Vater,“ kam die Antwort ein wenig zögernd, aber doch mürrisch genug aus dem Winkel zurück. „Und wenn die Innerste wirklich schreit, so schreit sie nicht bloß nach Ihm, Herr Vater, sondern auch nach mir; also darf ich diesmal doch reden, ohne von dem Herrn Vater gefragt worden zu sein.“

Der Alte ächzte in maßloser Verwunderung und stand auf von seinem Stuhl.

„Christian?!“ rief die Mutter flehend; doch der Vater Bodenhagen schob sie wieder einmal von sich und streckte drohend die Faust nach dem Ofen hin. Es war die höchste Zeit, daß sich jemand ins Mittel schlage und, was noch an Behagen und friedlichem Einvernehmen zu retten war, in Sicherheit bringe. Auch hierzu war der Korporal Brand gut und auf der Stelle bereit.

„Und setze ich den Fall, daß da draußen nicht alles in Ordnung sei oder einer sich einen Spaß mit diesem löblichen Konvivium und guter Vetternschaft und Freundschaft gemacht habe,“ rief er, „Sakrament, so soll mich der Teufel holen, wenn ich nicht dem Dinge auf den Nacken springe und dem Schreier verdemonstriere, wie naß die Innerste ist! Bajonett auf, marsch, Musketier Bodenhagen. Komm mit hinaus in die frische Luft, Albrecht, wir fangen den Spuk mit oder ohne Fischschwanz. Hier in der Stube soll er uns was vorsingen, und der Herr Meister soll ihm die Noten halten!“

Er sprang hinaus, und ihm nach sprang der junge Müller, dem Jungfer Lieschen Papenberg vergeblich einen kläglichen Bittruf nachschickte. Die übrigen blieben alle sitzen und legten sich von neuem aufs Horchen. Die Braut drückte sich an ihre Mutter, der Vater Papenberg schüttelte den Kopf, der Meister Christian senkte den seinigen finster auf die Brust und schlug die Arme ineinander. Nach zehn Minuten vergeblichen Harrens und Horchens ächzte die alte Müllerin: