„Gott Abrahams, gleich, lieber Mann!“ rief die Greisin. „O, Erbarmen, werdet nicht böse — da, da!“
Sie reichte mit zitternder Hand die schlechten Pfennige hin und stolperte und fiel, als sie mit ihrem Bündel über den Bord des Kahnes stieg. Die von der Wacht lachten alle über das alte Weib.
Von dem Mönch nahm der Schiffer seinen Lohn, ohne weiter etwas zu bemerken; aber die beiden Münsterschen Kriegsleute und der Bürgerkorporal Polhenne hielten die Hüte in der Hand. Mit einem stummen Gruße für alle und mit einem Kopfneigen für seine Glaubensgenossen schritt der Bruder Henricus durch das Brucktor, den übrigen voran.
Die Kröppel-Leah trieb einer der wachthaltenden Schneider spaßhafterweise mit dem Spießende zum eiligeren Forthumpeln an. Ihr sah der Fährmann am nachdenklichsten jetzo nach und nahm einen und den andern Kumpan aus dem Volk, das sich sonst noch an der Fährstelle angesammelt hatte, zu einem Geflüster beiseite.
Der Student Meister Lambert Tewes hatte nach der kurzen und derben Abweisung seines ehrwürdigen Verwandten den Hut wieder aufgesetzt; aber als ein braver Bursch, der mit den Philistern umzugehen weiß, ließ er so leicht nicht locker. Wenn er vorhin vom Etruskermeer gesungen hatte, so begab er sich jetzt auf ein ander Gewässer, griff rückwärts nach dem Horaz in seiner Tasche, um sich zu vergewissern, daß dieser Trostbringer noch vorhanden sei, und summte, was voreinst dem Aelius Lamia vorgepfiffen worden war, dem unwirschen Onkel Helmrich von Sankt Kilian hin:
Musis amicus, tristitiam et metus
Tradam protervis in mare Creticum
Portare ventis —
er sang es aber deutsch in absonderlicher Umschreibung:
„Der Wind pfeift hin zur Kreterflut,