„Der Teufel hat sein Hauptquartier da behalten, Pater,“ lautete die Antwort. „In Corvey war groß Jubilieren — sie werden auch Euch das Essen warm gestellt haben. Höxar hungert und kaut Wut; Ihr werdet dort wenige Hauswände finden, durch die der Wind nicht pfeift. Sacré, wie die französischen Hunde sagten, ich pfeife auch darauf, ich hab’ wenigstens nicht Weib und Kind zu versorgen. Um ein wenig besser Handgeld wär’ ich auch mit dem Fougerais abgezogen.“
Der Bruder Henricus seufzte: auch der Pastor Helmrich Vollbort seufzte und schlug mit der Faust auf den Rand des schwerfälligen Fahrzeuges.
Der Pastor sagte dann:
„Der Mann spricht Ihnen die Wahrheit, Herr Pater, wie ich schon vorhin sie sagte. Es sieht übel aus in der armen Stadt; der Herr bewahre uns vor weiterem Schaden.“
Der wilde Fluß wand sich unter dem Kahn gleich einem bösen Tier.
„Die Welt ist gleich dem Strom,“ fuhr der Pastor fort, „sie gehet bedeckt mit Trümmern; aber der Herr wandelt dennoch auf den Wassern. Er wird’s wohl zwingen.“
„Amen!“ erwiderte der Bruder Henricus, und dann wurde nichts weiter gesprochen, bis der Kahn unter der Höxterschen ruinierten Stadtmauer ans Ufer stieß. In demselben Augenblick schon sprang der Student von seiner Bank am Brucktor auf und an den Rand der Fähre, zog den Hut zierlich, bot dem Pfarrherrn von Sankt Kilian die Hand zum Aussteigen und sprach:
„Ehrwürden Herr Onkel, ich hab’ mir vorhin wieder einmal die Ehre gegeben, Ihnen in Ihrer Behausung aufwarten zu wollen. Die Frau Tante hat mich hierher gewiesen ab ostio ad Ostiam, von der Tür — die sie mir leider vor der Nase verschloß — nach Ostia, will sagen an den Hafen. Ich mache mein Kompliment, Herr Oheim.“
„Und ich habe Euch nichts weiter zu sagen, Herr! Was stellt Ihr Euch immer von neuem mir in den Weg?“
„Heraus, Alte! marsch, — her den Fährlohn und fort mit dir, du Hexe!“ schrie der Fährmann die Jüdin an.