Et crura dura compede!“

„Sackerment!“ stöhnte die ganze hochlöbliche Gesellschaft und kratzte sich hinter den Ohren. „Gib dich zufrieden, Hans Vogedes, dagegen kommst du nicht auf! Das ist die Zunge, in der sie Urtel und Recht sprechen. Das verfluchte welsche Galgenlateinisch könnte einem den ganzen Spaß von vornherein verleiden. Man sieht dabei ordentlich den grünen Tisch mit seinem Behängsel von Graubärten und geifernden Rat-, Richter- und Advokaten-Schnauzen vor sich! Na, wer geht nun noch mit ins Pläsier?“

Sie gingen dem „Galgenlateinisch“ zum Trotze alle bis auf den Studenten; dieser aber hielt noch eine kleine Rede.

„Bin ich deshalb der erlauchten Mutter Julia, der göttlichen Karoline durchgebrannt, um einem armen Judenweib und seinem Packen schiele Blicke nachzuwerfen?! Apage, apage — weiche von mir, das heißt, ihr Herren, was kümmert’s mich! Macht, was ihr wollt; aber mich laßt damit ungeschoren. Ich werde das Haus hier hüten und die Bank für euch warm halten.“

Es ging noch ein Murren durch den schlimmen Kreis, doch Lambert ließ sich das wenig anfechten. Er rückte behaglich am obern Teil des Tisches neben dem Ofen in die Reihe der noch Sitzenden, indem er das eine Bein über die Bank schwang.

„Bruderherz, bedenke dich noch einmal,“ sprach ihm Wigand Säuberlich zu.

„Bruderherz, das tu’ ich auch; aber sieh mal, Herzbruder, wer sollte denn die Historie eurer glorreichen Heldentaten auf die Nachwelt bringen, wenn einer eurer Knüppel mir im Durcheinander das Hirn ausschlüge?“

„Also ohne dich! Marsch, ihr Brüder! En avant, wie der Herr Kommandante, der Hund, der Fougerais, zum Abschied schrie. Es ist eben eine Zeit, in der jeder seinen eigenen Willen haben muß. Unsere Väter haben es uns nicht anders gelehrt!“

„Bei den unsterblichen Göttern, so ist’s!“ schrie der Student, als aber die Rotte hinausgestürmt war, sprang er von der Bank auf und auf den Tisch und jauchzte:

„Höxter und Corvey!“