So rufen sie dort auf der Kegelbahn, wenn alle Neune fallen.
Sechstes Kapitel.
„
Das wird eine schöne Katzbalgerei werden! Na, Wirt, bist du für Stift oder Stadt?“
„Alle beide sollen verrecken! Komm aber erst herunter vom Tisch, und vertritt mir das Geschirr nicht, ’s ist das letzte, was mir die Welschen heil gelassen haben.“
„Da gilt’s freilich Vorsicht für den Rest, Alter,“ sprach der Student und kam dem mürrischen Worte des Wirtes zum heiligen Vitus nach. Er stieg herunter von der Tafel, reckte und dehnte sich behaglich, streckte sich sodann lang auf der langen Bank aus, zog die qualmende Lampe näher zu sich heran und schob seinen Lauriger jetzt als Ruhekissen unter den Kopf. Dann schlug er die Hände gleichfalls unter dem Hinterkopfe zusammen und sah so halb schläfrig und ganz gleichgültig dem leise vor sich hinbrummenden Hospes zu, der die Gläser und Krüge abräumte und von Zeit zu Zeit an das niedere Fenster oder vor die Tür seiner Spelunke trat, um in die Nacht hinaus- und seinen liebenswerten Stammgästen nachzuhorchen. Aus der Tiefe des Hauses ertönte gedämpft das Krächzen eines Säuglings, dazwischen die singende Stimme der Wirtin zum heiligen Veit. Auch den Wind vernahm man und von Zeit zu Zeit das Niederrauschen eines Regenschauers. Bei allem diesem Getön entschlummerte nach den geistigen und körperlichen Strapazen des Tages Herr Lambert Tewes sanft und schlief eine halbe Stunde besser als vielleicht sonst irgendein Mensch in Höxter.
Nach einer halben Stunde aber fuhr er wieder in die Höhe und starrte verbiestert um sich und nicht ohne Grund.
Die Sturmglocken waren noch nicht ruiniert in Höxter: man läutete Sturm auf St. Kilian und man läutete Sturm auf St. Niklas!
„Was will uns dieser Tummel doch?