»Wieso?«

»Er verließ uns zuerst; das heißt, sie jagte ihn zuerst zur Tür hinaus. Der Herr Förster Tofote ging erst, als von der Gesellschaft der erste Baum im Garten niedergehauen wurde, und die neue Straße über die alte Hecke, über die ich Sie bewillkommnete, sich hinlegte. Der Herr Autor brannte bei dunkler Nacht durch, aber der Herr Förster ging am hellen Tage, und die gnädige Frau und das gnädige Fräulein brachten ihn zärtlich zur Eisenbahn, und ich besorgte ihm sein Gepäck. Es war am besten so, denn den Tag darauf kamen die Maurer, um das alte Haus im Garten niederzureißen, und im Hause der gnädigen Frau würde der Herr Förster sich doch wohl ein wenig unbehaglich gefühlt haben. In dem hundertjährigen Garten aber sind auch nicht immer unschuldige Kinder- und Schäferspiele aufgeführt, also fort mit ihm! das war meine Ansicht von der Sache, und da meine Hautfarbe der gnädigen Frau konvenierte, so blieb ich und ging mit, denn ein Esel war ich nicht, und in des Meisters Kunemund Dorfe würde ich ein recht liebliches Dasein gelebt haben, wenn ich da den Tee hätte präsentieren wollen. Also —«

»Also?« …

»Bin ich hier und lade freundlichst ein, morgen abend eine Tasse Tee bei dem gnädigen Fräulein zu trinken und — wie man hier und da in der Provinz sagt, mit uns vorlieb zu nehmen.«

»Würden Sie mir raten, die Einladung anzunehmen, Ceretto?« fragte ich nachdenklich.

»O gewiß! Ich an Ihrer Stelle würde sicherlich hingehen, — schon des Herrn Meisters und des seligen Herrn Vaters wegen würde ich mir den Spaß ansehen. Es ist eine Hauptkomödie! — in meinem ganzen Leben bin ich noch nicht so an meinem Platze gewesen, wie jetzo in dieser gegenwärtigen Kondition. Kommen Sie unter allen Umständen; Sie finden auch sonst bei uns die schönsten Leute der Stadt, und daß Sie unserer gnädigen Frau nicht übermorgen einen Heiratsantrag machen werden, davor sind Sie noch gar nicht sicher; denn wenn die Gnädige ihren Kopf darauf setzt, so darf ich heute schon gratulieren. Mir ist es mit ihr grade ebenso ergangen.«

»Ceretto?!« stammelte ich, im Gemüte schwankend zwischen Schrecken und
Heiterkeit; aber die letztere siegte ob, und ich rief lachend:

»Ich komme! ich komme! verlassen Sie sich drauf, Sie dunkelfarbiges
Meßungeheuer!«

»Es wird uns eine große Ehre sein,« sprach der Mohr aus dem Bremer
Schüsselkorbe mit der ernsthaftesten Miene; dann aber grinste er in einer
Weise, die die Wand ihm gegenüber hätte anreizen können, dasselbe zu tun
und einen Spalt zu erzeugen, querüber von der Decke bis zum Fußboden. —

Neunzehntes Kapitel.