Es war kein Rausch der Stunde, daß solches geschah; Heinrich der Dritte hielt seinen Schwur im Blutrauch flammender Kriege: er wollte das Reich und wollte es mit Gewalt und war den Großen und Grafen ein gewaltiger Richter; aber er nahm seinen Willen hart ins Gewissen, weil er das Gottesreich glaubte.

Und als ihm der Tod kam, zu früh für das Reich solcher Prägung, war ihm das Sterbebett noch einmal die Kanzel, das eigene Dasein zu bekennen und unerbittlich zu richten: die letzte Hand seines starken Lebens gab er vor Gott seinen Feinden.

Er starb in Bodfeld, der sächsischen Pfalz, die sich der salische Franke erbaute, und wurde begraben in Speyer; Victor, der Papst und Freund, stand ihm bei und gab der Leiche den Segen.

Da war der Bogen einmal zur Höhe gespannt; da stand die Ehe in Frieden; Wort und Tat hielten einander die Hände; das Weltreich der Kirche war Wahrheit geworden im Hause des Kaisers.

Aber die Rechnung war falsch; Victor der Papst war gesonnen, die Herrschaft zu erben, und Hildebrand war sein Berater: der Streit um die Stärke stand vor der Tür.

Kaiserswerth

Als Heinrich, der Kaiser und Richter der Christenheit starb, war Heinrich der Knabe schon König der Deutschen; Agnes die Mutter führte die Herrschaft für ihn, und Victor der Papst gab ihr selber das erste Geleite.

Zum andernmal hielten Frauen und Priester das Reich in den Händen; nun war es nicht mehr Mathilde, heilig und mild, nicht mehr Meinwerk der frohe und Bernward der feine: die Welt war düster geworden im Schatten von Cluny.

Die Kaiserin war eine fromme Frau, doch fremd im feindseligen Land der Sachsen, sie ließ sich unbedacht leiten von Launen und Leuten, der Knabe war klug und wild, und die der Mutter im Ohr lagen, schmeichelten seinen Gelüsten.

Anno, der zänkische Bischof von Köln, sah den Bischof von Augsburg allein am Königshof gelten; er sah die Ehren und Güter verschwinden und wollte den Knaben selber besitzen.