Mit Konrad dem Zweiten begann das salische Kaisergeschlecht seine stolze Entfaltung; vier Kaiser nur gab es dem Reich, und ging unter, vom Schicksal umwittert: aber es spannte den Bogen über das Abendland höher als alle Geschlechter; und keiner war stärker in Rom, obwohl er im Reich blieb, als Heinrich der Dritte, der mächtigste Kaiser.

Sie hießen ihn Heinrich den Schwarzen, weil er dunkel von Angesicht war, Konrads gewaltigen Sohn, der über die Päpste regierte und Ritter der Christenheit wurde wie keiner.

Als Knabe gekrönt, Herzog von Bayern und Schwaben, dazu burgundischer König, trat er als Jüngling die Erbschaft Konrad des harten Haushalters an und war keine schwächere Hand, den Großen und Grafen die Zügel zu halten.

Er war keine schwächere Hand: Böhmen und Ungarn spürten die Stärke, und Otto der Sachse hatte sein Schwert nicht strenger gezeigt als Heinrich der salische Franke, da er dem römischen Hochmut die deutschen Päpste einsetzte.

Aber ihn plagte das Kirchengewissen; der über Könige herrschte und hinter dem päpstlichen Stuhl stand als Lehnsherr und Richter, strafte sich selbst mit der Geißel.

Denn immer noch brannte die Buße von Cluny im Abendland, immer noch sahen die Augen der Zeit mit Furcht und brünstiger Hoffnung das Weltgericht kommen, wie es die Kirche am Ende der Tage verhieß.

Immer noch hielt der Kaiser dem König des Himmels das irdische Schwert; aber nun irrte kein Schwärmer und Schwelger durchs Abendland hin wie Otto, Theophanos Sohn; nun ritt der Mann in den Tag, mit Tod und Teufel zu streiten.

Heinrich den Schwarzen hießen sie ihn, der dunkel von Angesicht war, dunkel außen und innen; nur seine Tat sprang hell in den Tag, als er dem römischen Lindwurm das Lästerhaupt abschlug, als er den frommen Freund und Grafen von Egisheim auf den Stuhl von Sankt Peter setzte.

Und staunend standen die Völker, als auf der Kanzel zu Konstanz der Kaiser sich selber als sündig bekannte, als er mit ehrlichem Wort seinen Feinden den Königsbann löste, als er die Großen und Grafen im Namen Christi verwarnte, von ihren blutigen Händeln zu lassen.

Zum erstenmal trat auf die Streitmauer der Macht die Stimme des strengen Gewissens; Kaiser und Kirche sprachen aus einem Mund; das Kriegsschwert lag auf dem Priesteraltar in christlicher Demut.