Bald ging ein Raunen und Murren im Reich, die Warnung kam an mit sorgender Miene und drohenden Worten; aber der Jüngling maß die Mienen und wußte die Worte, und wies die Warner höhnisch nach Haus.
Auch war er als König geboren und spann seine Pläne früher und weiter, als seine Plager es merkten.
Noch lachten die sächsischen Herren der Torheit des Knaben, da hatte er schon den Ringwall der Harzburg gebaut; wie die Treibjagd das Wild umstellt, wuchs rund um die Hart der Kranz fester Burgen.
Er wollte ein anderes Reich als das der geistlichen Großen, Herzöge und Grafen: der König allein sollte Herr sein, wie Karl im Frankenreich König und Lehnsherr war; die sächsische Burg der Ottonen sollte der Sitz seiner Königsmacht werden.
Aber den Sachsen war es die Zwingburg der salischen Herrschaft; sie mußten den Bauvögten Frondienste tun und seine fremde Dienstmannenschaft nähren; sie sahen die Fesseln der sächsischen Freiheit geflochten und haßten den herrischen Jüngling, der sie zu flechten befahl.
Bauern und Ritter schwuren die Blutspur; als Heinrich den polnischen Feldzug ausrief, kam die Empörung der Sachsen gegen die Harzburg gezogen: da war der Übermut aus und der Jungmännerlärm; wie ein Dieb in der Nacht mußte der König sich retten.
Wohl rief er die Großen und Grafen zum Rachekrieg auf: sie hielten ihr Heervolk im Feld, aber sie halfen ihm nicht; die heimlichen Boten kamen und gingen, bis ihn die letzten verließen.
Krank und gemieden und seiner Königsmacht ledig kam Heinrich der Jüngling ins Land seiner salischen Väter zurück; da aber geschah ihm das Wunder.
Die Bürger von Worms hatten dem Bischof von Worms die eigenen Tore verschlossen: sie boten dem Flüchtling den Schutz ihrer Mauern und gaben dem Jüngling wieder ein Schwert in die Hand.
Der siebente Heerschild trat in den Tag, der Bürger hob seinen Trotz im Namen des Königs gegen den eigenen Bischof.