So wurde Heinrich der Vierte aus Not und Bedrängnis ein Volksfürst: König und Bürger fingen im Reich der Großen und Grafen ein anderes Brettspiel an.

Noch hielt der Winter die Wälder im Rauhreif, die Mühlen der Werra standen im Eis: da hatte Heinrich ein Heer, und die Fürsten mußten ihm folgen gegen die Sachsen.

Schneestürme machten die Rosse blind, das Schwert fror fest in der Scheide, der König mußte den Krieg und die Rache mit Handschlag beenden; aber nun war er kein Flüchtling mehr.

Noch hatte der Tauwind den Frost nicht gebrochen, als Heinrich schon wieder in Goslar den Königshof hielt.

Als danach der Grimm der Sachsen die Harzburg zerstörte, als sie die Kirche nicht schonten und die Gebeine der salischen Gräber verstreuten: mußte das Reichsheer der Fürsten ihm folgen, und Gregor der Papst durfte die Frevler nicht schützen.

An der Unstrut traf den sächsischen Aufstand das Schwertgericht blutig; die Ritter konnten sich retten in ihre östlichen Burgen, das Fußvolk der Bauern mußte es büßen.

So wurde der salische Heinrich Herr über die Sachsen und König der Deutschen: die Großen mußten ihm dienen, weil ihm der siebente Heerschild gehörte; die Grafen versteckten den Trotz, weil ihnen das Königsschwert gedingter Dienstmannenschaft drohte.

Der Streit um die Stärke

Ein Königtum war aus dem Reich der Großen und Grafen geworden; freier als jemals ein König der Deutschen schien Heinrich der Vierte über den Völkern zu stehen, als er den Streit um die Stärke begann.