Hildebrand hatte als Gregor der Siebente den Stuhl von Sankt Peter bestiegen; der seinem büßenden Vater ein finsterer Freund war, wurde dem Sohn ein furchtbarer Feind.

Er sagte dem König die Lehensgewalt auf über die geistlichen Großen und gab ihm drohende Botschaft nach Goslar, der Kirche zu geben, was ihr vor dem Kaiser gehöre.

Stolz seines Sieges und seiner Sache gewiß, gab Heinrich der Jüngling dem finsteren Mann in Sankt Peter selbstherrliche Antwort: Heinrich, König nicht durch Anmaßung, sondern durch göttliche Bestimmung, an Hildebrand, nicht Papst, sondern falschen Mönch!

Auch mußten die deutschen Bischöfe in Worms ein stolzes Gericht über Hildebrand halten; aber Hildebrands Zorn blies ihnen Feuer ins Haus: die Kirche verfluchte den Schirmherrn, der Papst sprach über den Kaiser den Kirchenbann aus. Da war der Schirmherr der Kirche ein Schwert ohne Hände, da saß er nackt auf dem Thron in der Furcht seiner Völker, da fiel der Eid von ihm ab, der die Treue gelobte, da war der siebente Heerschild listig durchlöchert.

Zu Tribur taten die Großen und Grafen den Spruch; nur wenn er den Bannfluch zu lösen vermöchte, könne Heinrich König der Deutschen und Herr seiner Dienstmannen bleiben.

Aus dem Traum seiner Herrlichkeit kläglich erwacht, war Heinrich zum andernmal Flüchtling; aber nun hielt ihm der Bischof von Worms die Tore verriegelt, und die Bürger wehrten ihm nicht.

Unmögliches mußte der König tun, die Krone zu retten; er tat es mit harter Berechnung.

Nur Berta die Frau, sein Kind und ein Knecht kamen zur Romfahrt mit ihm; wo seine Väter den stolzen Siegeszug ritten, ging Heinrich der Vierte im Winter den bitteren Bußgang.

Schon war der Reichstag in Augsburg bestellt, wo der Richter des neuen Bundes Saul zu verwerfen gedachte, um David zu salben; schon harrte Gregor in Mantua des versprochenen Fürstengeleits, als ihn die Kunde von Susa erreichte: Heinrich sei über die Alpen gekommen, von den lombardischen Städten trotz seinem Bann als König empfangen.