Da mußte Gregor zurück in die Burg von Canossa; die Sonne entwich in die Wolken der Gräfin Mathilde und ihrer schützenden Kriegsmacht.
Aber Heinrich kam barhäuptig im Büßergewand vor das Tor der steinernen Zuflucht; und ob ihn Gregor zweimal im Grimm der durchkreuzten Pläne verschmähte: Heinrich kam wieder am dritten Tag, barfüßig im Schnee, der gestern noch König war, den Bannstrahl zu löschen.
Da lag dem toskanischen Mönch der salische Trotz zu Füßen, der Schirmherr der Kirche im Staub vor dem Statthalter Christi: aber es war nicht der Mond, des Lichtes der Sonne bedürftig, es war nur ein Jüngling im Büßerhemd, der seiner Sünden ledig zu sein von dem heiligen Vater begehrte.
So brannte das päpstliche Richtergewand im eigenen Bannstrahl zur Asche: die Fessel fiel ab, und dann war Heinrich zum andernmal König; die Macht der lombardischen Städte stand als eine Mauer um ihn.
Der auf den Reichstag als Richter der Welt zu kommen gedachte, wich hinter die römischen Mauern zurück in den Schutz der Hadriansburg.
Aber die Großen und Grafen in Tribur hatten den eigenen Spruch treulos vergessen und Rudolf von Schwaben zum König der Deutschen gewählt.
Ihm zu begegnen, kam Heinrich im Frühjahr anders nach Deutschland zurück, als er im Winter gegangen war: er hatte sein Königsschwert wieder; hinter ihm stand die lombardische Macht und vor ihm die Treue der rheinischen Städte.
Drei Jahre lang lag er im Feld und war ein Meister im Unglück; in blutigen Schlachten besiegt, wieder im Bann und bei den Frommen verflucht, hielt er den Trotz in der Faust und das Herz in der Hoffnung:
Bis Rudolf von Schwaben, bei Merseburg siegend, die Hand und das Leben verlor – die Hand, die Heinrich Treue gelobte und treulos das Schwert hob – bis der König den tapferen Friedrich von Staufen als Eidam gewann.
Immer noch standen viel Schwerter im Feld gegen ihn, als Heinrich das römische Haupt seiner Widersacher zu treffen gedachte; unholder als vorher im Winter zog er nach Rom und hatte ein Panzerhemd an, den Streit mit Gregor zu schlichten.