Und ob ihn das Unglück zum andernmal hinhielt, drei Jahre mit Kämpfen und Nöten gefüllt, sein Herz war Stahl und sein Mut ein wehendes Feuer, bis er das Tor von Sankt Peter gewann.

Sieben Jahre waren vergangen, seitdem er im Büßerhemd stand; sein Leben war Lärm und die Welt ein Wirrsal gewesen: nun riefen die Römer ihm Heil, weil wieder ein Kaiser der Christenheit war.

Normannen holten Gregor aus Rom in den Schutz ihrer Schwerter; der sizilianische Erbfeind der Kirche bot ihrem geschlagenen Haupt das letzte Exil.

Nie hatte ein härterer Feind gerungen, als Hildebrand war; Heinrich, der unstete Jüngling, war mannhaft geworden, als Gregor, der Greis in Salerno, verbittert den Tod empfing.

Der Gottesfrieden

Als Gregor der Siebente starb, war der Haß nicht gestorben; er ritt auf den Straßen von Sachsen nach Rom, er lauerte auf den Burgen der Großen und Grafen und brannte der Kirche im Dachstuhl.

Es ging um das Reich, und es ging um die Stärke: hie Kaiser, hie Kirche! hie Priester, hie Laiengewalt! aber das Schwert trug der Ritter hüben und drüben!

Er schlug die Schlacht, er hetzte den Hirsch, er hielt die Meute im Jagdgrund; und wenn die Jagd der Großen und Grafen aus war, ritt er selber auf Beute.

Was auf den Feldern gesät war, was in den Ställen gedieh, was auf den Wegen und Wässern mit Wagen und Schiffen hereinkam, was auf den Speichern und Märkten als Wohlstand des Landes begehrt war, fiel unter sein Schwert.

Und als es im neunten Jahr war, daß Bauern und Bürger im blutigen Krieg den Segen des Tagwerks entbehrten, daß Armut und Kummer den Wohlstand des Landes verschlangen, daß um ein Trugbild der Macht Dörfer und Städte verdarben: geschah es, daß sich die Kirche auf ihren Ursprung besann.