Und als dem welfischen Löwen der staufische Vetter und Freund seiner Jugend, Friedrich der Rotbart, im Alter das Rückgrat zerbrach, blieben Dank und Liebe der deutschen Seele in Liedern und Sagen lebendig, sein trotziges Standbild mit Efeu und wilden Rosen umrankend.

Friedrich von Schwaben

Konrad, der klägliche Staufer, war tot, und Heinrich der Löwe saß im Sattel der sächsischen Stärke, da waren die geistlichen Großen in Not; sie mußten, dem Welfen zu wehren, den Einzigen wählen, der seiner Macht widerstand: Friedrich, den jungen Herzog von Schwaben.

Judith, die Schwester Heinrichs des Stolzen von Bayern, war seine Mutter gewesen; staufisch- und welfischen Blutes gleichviel, stand er mitten im Streit der Geschlechter.

Er hielt seinen ersten Hoftag in Sachsen, auch sprach er dem Vetter und Freund die bayrische Erbschaft zu; denn Gertrud die Mutter des Löwen war tot, und Heinrich stand mit dem Schwert in der Hand gegen Jasomirgott, sein Recht und sein Land von dem Stiefvater einzufordern.

So blieb der Staufer klüglich im Schatten des Starken, und niemand im Reich konnte wagen, dem Bund der beiden zu trotzen; Rom aber mußte erfahren, daß Friedrich von Schwaben ein fleißiger Schüler des Löwen war.

Der verhaßten Kaisermacht ledig, hatte der Papst den Hochmut der römischen Bürger erfahren: von seinem Stuhl in Sankt Peter vertrieben, von der normännischen Hilfe übel bedrängt, rief er von neuem den Schirmherrn der Kirche.

Friedrich von Schwaben eilte nicht sehr, dem Bedrängten zu helfen; als er mit Heinrich dem Löwen endlich die Alpenfahrt machte, lockte lombardischer Reichtum ihn mehr als das Salböl des Papstes.

Er sah im fruchtbaren Herbst die reichen Felder gebreitet, er sah die blühenden Städte im Kranz ihrer Gärten, er sah die Schiffe und Wagen der Kaufleute fahren und sah sie wohnen im Reichtum.

So wurde nach sechshundert Jahren in einem Staufer der Traum Alboins wach, das lombardische Land als Wiege der Macht zu besitzen: statt Wanderkaiser der Deutschen Italiens Schwertherr zu sein.