Wohl wuchsen auch Palmen, und Löwen waren den Heiligen treu, aber sie blieben fremd und verscheucht, indessen das heimische Gewächs und Getier sich unbesorgt breitmachte.

Bäuerlich fränkische Häuser, städtische Gassen und Stuben boten dem Bauer und Bürger den Vorwand des heiligen Lebens, unbekümmert und selbstgefällig ins Bilderdasein zu treten.

Sie waren linkisch, dem kirchlichen Schauspiel zu dienen, die Glieder fanden nur selten die rechten Gebärden, und die Gesichter wurden der heiligen Handlung nicht froh: aber sie taten ihr Werk mit Eifer, und wo sie das Marterzeug brauchten, verstanden sie seinen Gebrauch.

Nicht einer der Zunft hatte die fröhliche Meisterhand wieder, die den Altar von Sankt Bavo zum Spiegel irdischer Glückseligkeit machte; es war ein linkisch verstiegenes Dasein, grausam und vielmals verzerrt, und mehr eine Fratze als ein schönes Abbild der Welt.

Aber es war in die blühende Pracht gläserner Farben gegossen, und seine bunte Vielfältigkeit stand stark und verzückt im Licht der gläubigen Einfalt.

Der Altar von Isenheim

Der Bilderschrein hatte den Bürger ins Schaubild gestellt, Alltäglichkeit war das Gewand der heiligen Handlung geworden, da hob sich im Zorn eine Zauberhand, dem Himmel das Seine zu geben.

Matthias Grünewald hieß der mächtige Meister, Hofmaler des Bischofs von Mainz und ein Franke vom roten Main, der im Kloster zu Isenheim, droben im Elsaß, den Hochaltar malte.

Dem heiligen Vater der Mönche und Schutzherrn der Tiere, Antonius sollte der Altar geweiht sein; aber der Meister wollte den Urgrund aufreißen und im Mirakel die Quellen der brünstigen Heiligkeit zeigen.

Gott war in Schmerzen geboren und war gekreuzigt als Mensch, um aus der Nacht des irdischen Todes aufzuerstehen und strahlend zurück in den Himmel zu fahren.