Die Humanisten hießen ihn Freund, und die Fahrenden lobten ihn laut, weil ihn die Unrast plagte wie sie und weil er, seinem böhmischen Vater ungleich, die Schäbigkeit haßte.

Von Flandern bis Rom, von Wien nach Burgund staubten die Straßen von seinen Fahrten, und wo sein Rittertum galt, füllte der Dampf seiner Rosse die Gassen; das Gold lag nicht locker in seinen Händen, aber reich wurden die Ehren gegeben, wie er sich selber zu ehren verstand.

Den Theuerdank hieß er die Ruhmrede eigener Taten, prächtig gedruckt und mit prahlenden Bildern geziert; da war das ringende Leben der Völker nur eine Bühne, darüber der Kaiser sein wieherndes Roß ritt.

Die Fugger

Der Sohn eines Webers war nach Augsburg gekommen, zu weben und Handel mit Leinen zu treiben; eines Ratsherrn Tochtermann wurde er bald, saß selber im Rat und in der Zunft bei den Zwölfen.

Den reichen Fugger hießen sie schon seinen Sohn, aber der Reichtum saß nicht mehr am Webstuhl; sie waren Händler geworden, die Fugger in Augsburg, und Herren des Handels von Lübeck bis nach Venedig.

Über den Brennerpaß brachten die Wagen der Fugger den Handelsgewinn des Morgenlands her, Gold und Gewürze, Seide und Sandelholz; über den Brennerpaß gingen die Schätze des Nordens, Pelze und Bernstein; wo ein Handelsplatz war, standen ihre Kontore, und wo ein Handelsgewinn war, hielten die Fugger das goldene Becken.

Jakob, der Zweite genannt, hielt Hof wie ein Fürst; immer noch kamen die Wagen von Norden und Süden nach Augsburg, Ware zu tauschen, aber die goldene Schreibstube der Fugger war die Goldwaage des Reiches geworden.

Nicht mehr die Kaufleute allein kamen als Kunden der Fugger, Grafen und Fürsten brauchten Silber und Gold und brachten dafür ihre Rechte: so wurde Jakob der Fugger ein Bankherr, Zins und Segen des Bergbaus gemächlich zu ernten.