So wurde Jakob der Fugger ein Ritter; denn keiner lief ihm so eifrig zu wie Max, der Habsburger Kaiser: das Gold seiner Fahrten und seiner Pracht floß aus den Quellen der Fugger, so hing er dem Hüter der Quelle das Adelskleid um.

Aus Webern wurden die wahren Herrscher der Zeit, weil sie das jüdische Amt der Goldwaage erbten; tauschen und täuschen galt einmal gleich vor der Zunft, und der Zins war des Teufels: aus dem Boden des redlichen Handwerks wuchsen die Fugger geil in das Kraut der Geschäfte.

Sie zahlten dem Kaiser den Feldzug mit Talern und nahmen dem Volk seinen Pfennig dafür; sie wurden Reichsgrafen genannt und hatten das fürstliche Recht, silber- und goldene Münzen zu schlagen; sie wohnten in Schlössern und ließen die Reichsadler wehen über dem Prunk ihrer Tage.

Albrecht Dürer

Als Wohlgemut Meister der Nürnberger Schilderzunft war, brachte ein Goldschmied seinen Knaben zu ihm in die Werkstatt, weil der mit Eifer und Tränen zur Malerei wollte.

Albrecht Dürer war er genannt, hielt fleißig die Lehre, obwohl die wilden Gesellen des Meisters den zärtlichen Lehrling mit Hochmut und Schabernack plagten.

Nach seiner Lehre zog Albrecht Dürer gen Colmar, wo Martin Schongauer Meister der Stichelkunst war; er fand den Meister nicht mehr am Leben, aber er blieb als Geselle in Colmar, Straßburg und Basel und lernte so trefflich zu zeichnen, daß Menschen, Tiere und Bäume auf seinen Blättern leibhaftig dastanden.

Daß er selber in Nürnberg Meister der Schilderzunft würde, rief ihn der Vater endlich zurück und hatte ihm auch schon die Hausfrau gesucht aus gutem Geschlecht.

Aber der Sohn hob an zu ringen um reicheren Ruhm; er ließ die Frau und die Werkstatt und fuhr nach Venedig, begierig, die welschen Meister zu sehen und was sie mehr als die Deutschen vermöchten.

Da sah er mit Staunen, wie gut sie den Bau des menschlichen Körpers und die Gesetze der Räumlichkeit kannten: rechte Körper recht in den Raum zu stellen nach ihrer Bedeutung, das schien ihm danach die Richtschnur, ein Meister zu werden wie sie.